Bernd Ohm: Sechs Tage im Herbst Ein kleiner, schneller RAF-Thriller

„Sechs Tage im Herbst“ ist eine gelungene, schnelle Thrillerkost. Foto: Lukas Jenkner
„Sechs Tage im Herbst“ ist eine gelungene, schnelle Thrillerkost. Foto: Lukas Jenkner

Die Geschehnisse rund um die Terrorgruppe Rote-Armee-Fraktion stehen im Zentrum des Thrillers „Sechs Tage im Herbst“. Autor Bernd Ohm erzählt eine rasante Flucht vor unbekannten Killern.

Digital Unit : Lukas Jenkner (loj)
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Stuttgart - Henning Kollwey ist längst im Establishment angekommen: Er pflegt ein ruhiges Familienleben und verdient gutes Geld als IT-Experte. Die bewegten Zeiten als tatkräftiger Sympathisant der Rote-Armee-Fraktion (RAF) liegen lange zurück – bis eines Abends eine Gewehrkugel durchs Küchenfenster schlägt und Kollwey nur knapp verfehlt. Es ist der Auftakt zu einer rasanten Flucht- und Verfolgungsgeschichte, denn Henning Kollwey muss feststellen, dass unbekannte Killer nicht nur ihn, sondern auch ehemalige Weggefährten aus der RAF-Zeit im Visier oder gar bereits aus dem Leben befördert haben.

Um zu überleben, macht sich Kollwey auf, um ein undurchsichtiges Geflecht aus Geheimdiensten, Terroristen und radikalen, politischen Splittergruppen zu entwirren. Der Weg führt zurück in die Vergangenheit bis in die letzten Jahre der DDR, als RAF-Terroristen im „sozialistischen“ Deutschland noch einen sicheren Hafen hatten.

Die RAF-Geschichte gekonnt eingewoben

Bernd Ohm legt mit „Sechs Tage im Herbst“ einen Thriller vor, in dem die berüchtigte Geschichte der RAF schillernd und gekonnt in die Handlung eingewoben ist. Letztlich dient sie aber nur als Vehikel für eine klassische Flucht- und Verfolgungsstory. Die funktioniert immer wieder und in verschiedensten Genres, angefangen von Eric Amblers „Die Angst reist mit“ über den schnurrbärtigen Comic-Agenten Percy Pickwick („Sieben Tage Angst“) bis zum Harrison-Ford-Thriller „Auf der Flucht“, die ja ihren Ursprung in einer sehr erfolgreichen TV-Serie hat.

Auch Bernd Ohm hält den Leser mit seinem Thriller in Atem – nach einem etwas hölzernen Einstieg, der mal wieder zeigt, wie schwer es ist, Alltag zu schildern. Aber der ist nach der Kugel, die durchs Küchenfenster schlägt, ja ohnehin perdu. Und danach geht es bis zum Showdown rasant zur Sache.

Bernd Ohm: Sechs Tage im Herbst. Kriminalroman. Grafit in der Emons Verlag Köln 2021, 270 Seiten, 13 Euro, auch als E-Book erhältlich.




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