Besuch bei Lapp in Stuttgart Möhringen Mit Intelligenz und Investition wider den Stau

Die Chefin der Wirtschaftsförderung Ines Aufrecht (links) und  der Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Zweiter von rechts) lassen sich von Unternehmenschef Andreas Lapp (rechts) durch das Kabelwerk führen. Foto: Rüdiger Ott
Die Chefin der Wirtschaftsförderung Ines Aufrecht (links) und der Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Zweiter von rechts) lassen sich von Unternehmenschef Andreas Lapp (rechts) durch das Kabelwerk führen. Foto: Rüdiger Ott

Fritz Kuhn beteuert bei einem Besuchs bei Lapp, an einer Lösung der Verkehrsproblematik im Synergiepark zu arbeiten. Nötig seien sowohl Intelligenz als auch Investitionen.

Filder-Zeitung: Rüdiger Ott (ott)
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Möhringen - Der Ablauf ist eigentlich stets der gleiche. Besucht der Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn ein Unternehmen, dann erfährt er zuerst, was es herstellt, was es auszeichnet, wie innovativ es ist und wie bedeutend für den Standort – und dann, wo dem Unternehmen der Schuh drückt. Insofern folgte auch Kuhns Stippvisite im Synergiepark dieser Dramaturgie, denn nicht nur ist Lapp Kabel ein erwiesenermaßen ausgezeichnetes Unternehmen und mit weltweit mehr als 3000 Angestellten – viele davon rund um die Zentrale an der Schulze-Delitzsch-Straße – ein wichtiger Arbeitgeber in Stuttgart und der Region. Andreas Lapp lässt auch keine Gelegenheit aus, seine Meinung zu sagen, und zuletzt hat das auch oft mit den Autos zu tun, die sich vor seiner Firmenzentrale stauen.

Es ist ja nun längst auch im Rathaus angekommen, dass Vaihingen und Möhringen ein Verkehrsproblem haben – und zwar kein kleines. Folglich ging es dann auch eben darum, nachdem erst das Kabelwerk mit seinen großen und ohrenbetäubend lauten Maschinen besichtigt worden war und anschließend das Prüfzentrum, in dem Kabel teils über ein halbes Jahr hinweg eine Million Mal gebogen werden. Der geplante Zuzug von Allianz und Daimler bis 2020 mit jeweils rund 4000 Mitarbeitern bringt die Verwaltungsspitze beim Thema Stau nun noch zusätzlich in Zugzwang.

Kuhn ist optimistisch, dass die Situation verbessert werden kann

„Die Standortentscheidung von Allianz und Daimler war ja auch getrieben von der guten ÖPNV-Anbindung“, sagte Ines Aufrecht, die Chefin der Wirtschaftsförderung. Seit Kurzem pendelt die U 12 auf ihrem Weg nach Dürrlewang durch das Gewerbegebiet. Das, freilich, ist Lapp zu kurz gegriffen. „ÖPNV ist das eine Thema, Individualverkehr das andere“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Lapp-Gruppe. Wer in Reutlingen wohnt, der könne schlicht nicht mit Bus und Bahn in den Synergiepark kommen.

Das sah auch Kuhn so. Wie nicht anders zu erwarten, sprach sich der Grünenpolitiker aber natürlich nicht für einen Ausbau von Straßen als allein selig machendes Heilmittel aus. „Aber man muss sich schon Gedanken machen, wenn 10 000 zusätzliche Leute in ein bereits verdichtetes Gebiet kommen“, sagte der Oberbürgermeister. Der Herausforderung müsse „mit Intelligenz und Investitionen“ begegnet werden. Ein Verkehrskonzept werde derzeit von der Verwaltung ausgearbeitet. „Ich bin optimistisch, dass wir damit die Situation verbessern können. Wir haben einiges vor.“

In Details wollte er zwar nicht gehen, doch werfen einige von ihm genannten Beispiele ein Schlaglicht auf das, was er sich vorstellen könnte. Neben der U 12 und dem dritten Gleis am Vaihinger Bahnhof, an dem Regionalzüge halten sollen, „werden wir uns um die Gäubahn kümmern“, sagte Kuhn. „Wir untersuchen auch die Idee einer Seilbahn.“ Viele Themen müssten zudem mit dem Land und der Region besprochen werden. Dazu gehört nicht nur der feierabendliche Dauerstau auf der A 8, sondern auch die Schaffung von Park-and-ride-Parkplätzen, die ja vor allem außerhalb Stuttgarts gebaut werden – und bei denen die Landeshauptstadt deswegen auf das Entgegenkommen der Nachbarkommunen angewiesen ist.

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