Bezirksliga Stuttgart Ein Sieg ist wichtig – nicht nur für die Moral

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Am letzten Bezirksliga-Spieltag 2019 steht für den Tabellenletzten aus Möhringen viel auf dem Spiel.

Den Möhringer Coach Karl-Heinz Fuhrmann plagen vor dem Derby wieder große Personalsorgen. Foto: Günter  Bergmann
Den Möhringer Coach Karl-Heinz Fuhrmann plagen vor dem Derby wieder große Personalsorgen. Foto: Günter Bergmann

Filder - Nachdem vor Wochenfrist schon die ersten Rückspiele in der Stuttgarter Fußball-Bezirksliga im Terminkalender standen, findet nun an diesem Wochenende der letzte Hinrunden-Spieltag statt – ohne den Spitzenreiter TSV Plattenhardt, der spielfrei ist und ohne Mirko Sapina, der in dieser Woche als Trainer bei der Spvgg Cannstatt gefeuert wurde. Auch bei OFK Beograd wird erstmals ein neuer Mann an der Seitenlinie die Verantwortung haben. Aus Fildersicht steht derweil das Derby zwischen dem sechstplatzierten SV Vaihingen und dem Liga-Schlusslicht Spvgg Möhringen im Fokus des Interesses.

Spvgg Cannstatt – SV Sillenbuch (Samstag, 14 Uhr): Eigentlich hatte sich Zvonimir Topalusic auf ein Wiedersehen mit dem Cannstatter Trainer Mirko Sapina gefreut. Schließlich war der zwei Jahre lang sein Co-Trainer bei Croatia Stuttgart. Dass er nun diese Woche von den Vereinsvorderen den Laufpass bekommen hat, dürfte nicht nur den Sillenbucher Trainer überrascht haben. Denn mit 20 Punkten aus bislang 14 Spielen stehen die Cannstatter sogar einen Zähler besser da als das vor einem Jahr der Fall war. Wohl aber habe es einige Kritik aus den Reihen der Spieler gegeben, weshalb man sich lieber vom Trainer getrennt habe, als Gefahr zu laufen, diese Akteure zu verlieren, heißt es. Im Spiel gegen den Tabellenzweiten aus Sillenbuch werden nun der Co-Trainer Thomas Ipowitz sowie der Fitnesstrainer Volker Seyfert das Sagen haben. Ein neuer Trainer soll zum Vorbereitungsstart auf die zweite Saisonphase präsentiert werden. Was die Erfolgsaussichten der Sillenbucher heute betrifft, ist Toaplusic zuversichtlich. Die Spiele in der vergangenen Saison seien zwar umkämpft gewesen, „wir haben aber jeweils gewonnen“, sagt der Coach, der sich gerne als Tabellenzweiter in die Winterpause verabschieden möchte. Mit welchem Aufgebot der Zweite antritt, ist derweil noch offen. Einige Spieler sind angeschlagen. Definitiv fehlen wird Fabian Geißel, der zuletzt wegen Schiedsrichterbeleidigung die rote Karte sah. Das Strafmaß steht noch aus.

     OFK Beograd Stuttgart – TSV Bernhausen (Samstag, 14 Uhr): Gerade einmal sechs Spiele stand Jovica Milojkovic bei OFK Beograd in der Verantwortung, ehe er seinen Trainerposten auch schon wieder los hatte. Zu sehr hinkte die mit großen Ambitionen in die Runde gestartete Mannschaft den eigenen Ansprüchen hinterher. Es übernahm Meron Tsehaye als Interimscoach, der sich künftig nun wieder allein aufs Spielen konzentrieren kann. Denn in Milos Pojic sind sich die Verantwortlichen des serbischen Klubs nun mit einem neuen Trainer einig geworden, der den Tabellenelften wieder in ruhigere Fahrwasser führen soll. Pojic, dem nachgesagt wird, ruhig und bodenständig zu sein, hat zuletzt zwar nur den B-Kreisligisten SV Mettingen trainiert, hat aber auch schon Erstligisten in Bosnien-Herzegowina und Slowenien gecoacht.

Kein Kopfzerbrechen bereitet dem Bernhausener Coach Konstantinos Kalantidis der Trainerwechsel beim Gegner. Im Gegenteil: er ist sehr guter Dinge, dass zum Jahresabschluss noch einmal ein Sieg gelingt. Denn schließlich haben die Filderstädter den Konkurrenten schon im Pokalwettbewerb mit 2:1 aus dem Rennen geworfen. „Beograd ist zwar in der Offensive gut, aber nicht so sehr in der Defensive. Wenn bei uns die Null wie am vergangenen Wochenende steht, nehmen wir auf jeden Fall etwas Zählbares mit nach Hause“, sagt Kalantidis.

      TV89 Zuffenhausen – TSV Musberg (Sonntag, 14 Uhr): Für Ralf Martins, den Musberger Trainer, ist die Mannschaft aus dem Stuttgarter Norden das Team der Stunde. Nach holprigem Start hat sich der Aufsteiger inzwischen in der Bezirksliga akklimatisiert und ist in den vergangenen vier Spielen ohne Niederlage geblieben. Zuletzt gelang sogar ein 4:3-Sieg beim ambitionierten MTV Stuttgart. „Wir haben Respekt vor Zuffenhausen, aber keine Angst“, sagt Martins, der bis auf die Langzeitverletzten nur um den Einsatz des kränkelnden Marcel Muntzinger bangen muss. Nach dem 4:2 vor Wochenfrist gegen den Tabellenprimus Plattenhardt hofft Martins, dass die Seinen am Sonntag die Leistung bestätigen können. „Wenn wir wieder so fokussiert auftreten, ist ein Sieg drin“, sagt der Musberger Trainer. Sollte der gelingen und sollten die Sillenbucher patzen, könnten die Musberger sogar als Zweiter überwintern.

     SV Vaihingen – Spvgg Möhringen (Sonntag, 14 Uhr): Aufatmen bei den Vaihinger Verantwortlichen. Rechtzeitig vor dem Filderderby hat sich die Zahl der Ausfälle minimiert. Waren es vor Wochenfrist noch sechs Spieler, auf die der Trainer Stephan Tregel verzichten musste, fehlt jetzt nur noch einer: der spielende Co-Trainer Benjamin Schiffner. Ihn setzt eine Angina außer Gefecht. „Ich denke, das wird diesmal wieder ein gutes Spiel von uns“, sagt Schiffner. Zumal auch die Trainingseinheiten in dieser Woche Mut gemacht hätten. „Die waren wirklich sehr gut“, sagt der Co-Trainer.

Wesentlich prekärer sieht die personelle Situation beim Ligaschlusslicht Spvgg Möhringen aus. Manuel Klopfer (Rücken) und Aliou Abalo (Bänderverletzung im Knie) fehlen verletzt, Christian Preskitt weilt in Südamerika, und Steven Jordan muss nach Gelb-Rot im Spiel gegen die Sportvg Feuerbach pausieren. „Wir werden uns irgendwie durchkämpfen“, sagt Fuhrmann. Entscheidend werde sein, wie die Seinen im Derby, auf das sich beide Trainer freuen, den Kampf annehmen und ob ihnen das Glück einmal hold ist. „Davon hatten wir bislang wenig“, sagt Fuhrmann, der weiß, dass ein Sieg in der momentanen Situation enorm wichtig ist – für die Moral der Spieler und wohl auch für die eigene Jobgarantie.

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