Bietigheim-Bissingen Post von Pablo Picasso

Ein Auktionshaus in Bietigheim-Bissingen versteigert eine fast hundert Jahre alte Postkarte des Malers. Das Startgebot: 100 000 Euro.

Picassos Karte war einst für seinen Freund Guillaume Apollinaire bestimmt Foto: dpa
Picassos Karte war einst für seinen Freund Guillaume Apollinaire bestimmt Foto: dpa

Bietigheim-Bissingen - An diesem Samstag kommt in Bietigheim-Bissingen eine kleine Sensation unter den Hammer: Das Auktionshaus Gärtner versteigert eine Postkarte, die Pablo Picasso vor fast 100 Jahren als gezeichneten Gruß verschickt hat. Wer sie haben möchte, muss allerdings bereit sein, mindestens 100 000 Euro dafür zu bezahlen – so hoch ist das Startgebot.

Nach Angaben des Auktionshauses schickte Picasso die Postkarte am 5. September 1918 an seinen Freund, den Dichter Guillaume Apollinaire nach Paris. Die Schwarz-Weiß-Postkarte zeigt auf der Vorderseite die südfranzösische Stadt Pau. Das eigentlich wertvolle befindet sich aber auf der Rückseite: Statt eines Texts fertigte Picasso eine Zeichnung an. Laut Auktionshaus ist sie seiner kubistischen Serie „La nature morte“ zuzuordnen. Picasso und Apollinaire waren gute Freunde. Als der Maler 1918 Olga Khokhlova heiratete, war Apollinaire sein Trauzeuge.

Das Tragische an dem künstlerischen Gruß: er hat seinen Empfänger nie erreicht. Die Karte wurde zwischen Bedous und Pau aufgegeben und sollte mit dem Zug befördert werden. Der Aufdruck „Rebut“ verrät jedoch, dass sie nicht bei Apollinaire ankam. Nur wenige Monate, nachdem Picasso die Karte verschickt hatte, starb der Dichter an der Spanischen Grippe.

Der Besitzer will im Hintergrund bleiben

Unklar ist, wie der derzeitige Besitzer zu der Karte kam. Es handle sich um eine „französische Unternehmerpersönlichkeit“, die im Hintergrund bleiben wolle, sagt die Sprecherin des Auktionshauses, Kristine Wallé. Die Echtheit des Picasso-Werks habe der international anerkannte Fachmann Christian Riga bestätigt.

Seit dem Jahr 2005 sitzt das Auktionshaus Gärtner in Bietigheim. Immer wieder ist es wegen außergewöhnlicher Versteigerungen in den Schlagzeilen. Im vergangenen Jahr etwa ging eine Whisky-Sammlung für 208 000 Euro weg. Eine große Sammlung rund um das Thema Ballonfahrt fand 2012 für knapp 542 000 Euro einen neuen Eigentümer. Im vergangenen Jahr expandierte das Unternehmen und übernahm innerhalb von vier Wochen drei namhafte Häuser für Philatelie und Numismatik in Hamburg, Stuttgart und Kirchlengern (Ostwestfalen). Nach eigenen Angaben ist das auf Briefmarken und Münzen spezialisierte Auktionshaus das größte in Mitteleuropa und das zweitgrößte weltweit. Als Interessenten gelistet hat es rund 138 000 Personen aus mehr als 140 Ländern. Im Jahr 2013 erzielte das Auktionshaus einen Umsatzerlös von 32 Millionen Euro.




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