Bietigheims Sinisa Martinovic Der Dauerbrenner im Eishockeytor

Von Jan Erhardt 

Der Eishockey-Torwart Sinisa Martinovic hat mehr als 500 Zweitligaspiele absolviert – davon knapp die Hälfte für die Bietigheim Steelers. Und der 36-Jährige fühlt sich fitter als noch vor ein paar Jahren.

Bietigheims Rückhalt: Sinisa Martinovic Foto: Baumann
Bietigheims Rückhalt: Sinisa Martinovic Foto: Baumann

Bietigheim - Sinisa Martinovic kann auf eine beeindruckende und zugleich beispiellose Karriere zurückblicken: Insgesamt 506 Spiele absolvierte der Deutsch-Kroate bislang in der DEL 2, der zweithöchsten deutschen Eishockey-Spielklasse. In knapp der Hälfte dieser Spiele (249) trug er das Trikot der Bietigheim Steelers. Eben jener Mannschaft, die die ewige Tabelle der zweiten Eishockeyliga anführt und an der kein Meisterschaftskampf vorbeiführt.

Die magische Marke von 500 Profi-Einsätzen überschritt der 35-jährige Torhüter vor Kurzem in der Partie gegen die Lausitzer Füchse. Unter frenetischem Jubel betrat er das Eis in der heimischen Egetrans-Arena. Sprechchöre schallten von den Rängen. Und wie so oft war er der sichere Rückhalt seiner Mannschaft: Die Steelers gewannen mit 3:1. „Das war schon etwas ganz Besonderes. Das hat sich super angefühlt“, sagt Martinovic. An diesem Freitag (19.30 Uhr) folgt nun Spiel Nummer 507 bei den Roten Teufeln aus Bad Nauheim.

Immer wieder Bietigheim

Generell läuft es in dieser Saison für die Bietigheim Steelers rund wie eh und je. Mit sechs Punkten Vorsprung grüßt man von der Tabellenspitze, der Kurs geht klar in Richtung Play-offs. „Wir haben einfach eine tolle Mannschaft“, erklärt Martinovic: „Dazu kommt, dass auch das Umfeld perfekt mit der Mannschaft zusammenarbeitet. Da will kein Spieler weg. Im Gegenteil: eigentlich will jeder Spieler der Liga nach Bietigheim, auch wenn es wo anders vielleicht mehr zu verdienen gibt.“

Diese Begeisterung für sein Team ist wohl auch der Grund, weshalb Martinovic immer wieder zu den Steelers zurückkehrte. In der Saison 2003/04 trug er erstmals das Dress der Bietigheimer, von 2008 bis 2010 spielte er ebenfalls in der Stadt an der Enz. 2014 wechselte er von den Heilbronner Falken erneut zu den Steelers und hütet seitdem das Tor der Kufencracks aus dem Ellental. „Wenn ich das Trikot überziehe, passt es einfach. Diese Farben. Diese Stadt. Ich kann das nur schwer erklären. Jedenfalls bin ich sehr dankbar, immer wieder das Vertrauen geschenkt zu bekommen.“

Eben dieses Vertrauen zahlt Martinovic Spiel für Spiel zurück. Er ein wichtiger Ruhepol seiner Mannschaft. „Ich versuche meinen Mitspielern immer das Gefühl zu vermitteln: Wenn mal etwas nicht klappt, egal. Ich bade es zur Not aus.“ Und dieses Gefühl kommt an: Beim Rest der Mannschaft, bei den Zuschauern und bei den Verantwortlichen der Steelers. „Zwischen den Pfosten hat er sicher mit die größte Bedeutung für unser Spiel. Und da agiert Sinisa äußerst konstant. Zudem ist er menschlich wirklich ein feiner Kerl, der eine hohe Akzeptanz genießt“, lobt Geschäftsführer Volker Schoch: „Er ist zurzeit sicher der beste deutsche Torhüter in der DEL 2.“

Steelers-Fitnesstrainerin Robin Niderost trimmt Sinisa Martinovic

Bei den Zielen für die aktuelle Saison gehen die Meinungen zwischen Spieler und Geschäftsführer jedoch ein wenig auseinander: Schoch würde sich, so sagt er, ganz bescheiden mit dem Erreichen des Play-off-Halbfinals zufrieden geben. Martinovic hingegen betont erwartungsgemäß ehrgeizig: „Wir stehen am Ende ganz oben auf Treppchen! Daran glaube ich fest.“

Nach der Meisterschaft 2014 und der Vizemeisterschaft im vergangenen Jahr soll der nächste Erfolg her. Und auch dann hätte Sinisa Martinovic noch lange nicht genug. Er fühle sich momentan „fitter als noch mit 30 Jahren“. Das liege insbesondere am gemeinsamen Training mit Steelers-Fitnesstrainerin Robin Niderost. „Man muss eben gut auf seinen Körper achten, wenn man so lange durchhalten will“, sagt der 35-Jährige. Ein bisschen Wehmut schwingt hinsichtlich seiner nun mehr als 500 Partien in der DEL 2 schlussendlich aber dennoch mit: „Angesichts dieses Erfolgs frage ich mich wirklich manchmal: Bin ich jetzt wirklich schon so alt?“