1988 startete erstmals ein Bob-Team aus dem Karibikstaat Jamaika bei den Olympischen Spielen. Mittlerweile gibt es fünf Folgen dieses Wintermärchens. Nun folgt Nummer sechs in Peking.

Sport: Jürgen Kemmner (jük)

Stuttgart - 1988, in einer Zeit, die für die 20-Jährigen chronologisch gefühlt so weit im Gestern liegt wie das Mittelalter, haben ein paar enthusiastische Sportler aus Jamaika das olympische Motto in die Realität umgesetzt: Dabei sein ist alles. In Calgary wurde der Traum des Bobfahrers Dudley Stokes wahr, er raste mit seinem Team im jamaikanischen Viererbob durch den Eiskanal des Canada Olympic Parks – und sozusagen als willkommener Nebeneffekt inspirierte er Hollywood-Regisseur Jon Turteltaub zu seinem preisgekrönten Film „Cool Runnings“.

Wie es sich für einen ordentlichen Film gehört, folgt bald Teil 2. Beim Jamaika-Bob war das 1992 der Fall, Teil 3 kam 2002, Teil 4 dann 2014 und Teil 5 schließlich 2018. Nun also Teil 6, diesmal gehen sogar drei Teams an den Start, und zwar im Vierer und Zweier der Männer sowie im Monobob der Frauen. Dabei kämpft der Verband des Karibikstaates mit massiven finanziellen Problemen, und es sieht recht düster aus – die Sportler werden kaum mit erstklassigen Schlitten durch den Eiskanal fahren. Seit November wurden per Crowdfunding-Aktion „Coole Schlitten für das heißeste Ding auf dem Eis“ erst 4000 statt der benötigten 194 000 Dollar gesammelt. Die Jamaikaner sollten zügig die Filmrechte für Teil 6 anbieten – da der Blockbuster „Pirates of the Carribean“ mit Johnny Depp als Käpt’n Jack Sparrow in fünf Folgen weltweit 4,5 Milliarden Dollar eingespielt hat, muss der Jamaika-Film zwingend heißen: „Pilots of the Carribean“.

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