Bodelschwinghschule in Stuttgart-Möhringen Lernen von der School of Rock

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Über die Schülerband gibt es demnächst auch einen Film. Am Samstag hat sie ihren nächsten Auftritt.

Die School of Rock probt jede Woche im Keller der Bodelschwinghschule. Viele der Bandmitglieder haben mittlerweile aber auch zu Hause eigene Instrumente. Foto: Alexandra Kratz
Die School of Rock probt jede Woche im Keller der Bodelschwinghschule. Viele der Bandmitglieder haben mittlerweile aber auch zu Hause eigene Instrumente. Foto: Alexandra Kratz

Möhringen - Moritz bezeichnet sich selbst als „eingefleischten Rockmusikfan“ und hört am liebsten Udo Lindenberg. Darum wollte er unbedingt bei der School of Rock mitmachen. Doch eigentlich können maximal acht Jugendliche dabei sein. „Mehr passen nicht in den Schulbus“, sagt der Bandleader Andreas Bernhardt und lacht. Er ist Lehrer an der Bodelschwingh-Schule. Moritz schrieb ihm mehrfach Nachrichten aufs Mobiltelefon und ließ einfach nicht locker. „Er hat mich weich gekocht, bis ich nachgegeben habe“, sagt Bernhardt. Nun schlägt Moritz vor allem die Trommel. Und wenn es zu einem Auftritt geht, dann fahren ihn einfach seine Eltern. Moritz’ Freund Laurenz ist seit einiger Zeit 18 Jahre alt. Zum Geburtstag schenkten seine Eltern ihm eine E-Gitarre und einen Verstärker.

Schüler begeistern sich für AC/DC

Andreas Bernhardt hat seine Schüler mit seiner Begeisterung für AC/DC und Co. angesteckt. Seit vielen Jahren unterrichtet er an der Schule auf den Hengstäckern. Die Jugendlichen haben geistige Einschränkungen, doch sie lieben Musik. Wer einmal in der School of Rock ist, der bleibt in der Regel bis zum Schulabschluss dabei. Und auch dann wollen die jungen Erwachsenen weitermachen. Darum hat Bernhardt unter dem Dach der Lebenshilfe Stuttgart eine weitere Band gegründet, die er ehrenamtlich leitet. Die Musiker sind ehemalige Bodelschwingh-Schüler.

Ein halbes dutzend Konzerte

Die School of Rock gibt jedes Schuljahr etwa ein halbes Dutzend Konzerte. In diesem Schuljahr standen die jungen Musiker schon beim Stuttgarter Weihnachtsmarkt auf der Bühne beim Neuen Schloss; sie haben in den Wagenhallen und im Hospitalhof gespielt. Am Samstag, 11. Juni, sind sie bei der Kulturnacht an der Friedrich-Fröbel-Schule in Herrenberg dabei. Die Förderschule feiert ihr 50-jähriges Bestehen. Damit bei den Auftritten nichts schief geht, üben die Musiker jede Woche im Keller der Bodelschwingh-Schule. Und zwar auf besonderen Instrumenten. Beim Keyboard zum Beispiel markieren bunte Punkte die zu spielenden Tasten.

Kamerateam zweimal vor Ort

Bernhardt hat das Konzept selbst entwickelt. Dieses und die School of Rock sind nun sogar Thema eines Films. Denn das Kultusministeriums arbeitet an einer „Handreichung zur Musik an Sonderschulen in Baden-Württemberg“ – eben in Form eines Videos. „Es geht um die Frage, wie eine Schulband an einer Sonderschule funktionieren kann“, sagt Bernhardt, der bei dem Film mitarbeitet. Zweimal war ein Kamerateam in der Bodelschwingh-Schule. Das sei ziemlich aufregend gewesen, berichten die Schüler. Viel aufregender sei es aber, live auf der Bühne zu stehen. „Da haben wir jedes Mal Lampenfieber“, sagt einer der Jungen. Und Bernhardt ergänzt: „Unser Ziel ist es immer, dass die Leute nach dem letzten Ton ‚Zugabe’ rufen.“

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