Böblingen/Sindelfingen: Der WM-Flitzer wird präsentiert Schumis Auto auf dem Flugfeld

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Der Geschäftsführer des Oldtimerzentrums Motorworld, Andreas Dünkel, hat den ersten Weltmeister-Rennwagen von Michael Schumacher erworben. Möglicherweise können ihn die Gäste am 19. Oktober bestaunen.

Mit dem Benetton Ford  B 194-5 hat  Schumi den ersten WM-Titel errungen. Foto: Bildermeister
Mit dem Benetton Ford B 194-5 hat Schumi den ersten WM-Titel errungen. Foto: Bildermeister

Böblingen/Sindelfingen - Andreas Dünkel hat sich im vergangenen Jahr das schönste Weihnachtsgeschenk gemacht, das sich ein Rennsportfan wohl machen kann. Der Geschäftsführer des

Oldtimerzentrums Motorworld auf dem Flugfeld von Böblingen-Sindelfingen gönnte sich das erste Weltmeisterfahrzeug des legendären Rennpiloten Michael Schumacher. Anfang Dezember ersteigerte er im Londoner Auktionshaus Bonhams den Boliden Benetton Ford B 194-5. Zuvor war dessen Wert in der Presse mit 700 000 Euro angegeben worden. Für wie viel Dünkel das Gefährt mit den 755 Pferdestärken von einem britischen Liebhaber erworben hat, darüber hüllt er sich in Schweigen.

WM-Wagen auf dem Nürburgring gezeigt

Nachdem Dünkel den Benetton sein Eigen nennen konnte, ließ er erst einmal Gras über den sensationellen Kauf wachsen. „Nach dem tragischen Skiunfall von Michael Schumacher Ende Dezember sind wir aus Rücksicht auf ihn und seine Familie erst einmal nicht damit an die Presse gegangen“, erklärt Claudio Bergfeld, der Motorworld-Center-Manager. Weil es der Rennsportlegende nun offenbar wieder etwas besser geht, haben Dünkel & Co. den berühmten Flitzer am vergangenen Wochenende als Hommage auf Schumacher im Rahmen eines Events auf dem Nürburgring dem dortigen Publikum präsentiert.

Aufregende erste WM-Saison

Kaum eine Formel-1-Saison war für den einstigen Senkrechstarter Schumacher so aufregend gewesen wie jene im Jahr 1994, als er seinen ersten von insgesamt sieben Weltmeistertiteln errang. Zwei Jahre zuvor war er vom Rennstall Benetton als verheißungsvolles Talent neben dem erfahrenen britischen Fahrer Martin Brundle verpflichtet worden. Der Deutsche war jedoch besser mit dem damaligen Benetton B 192 zurecht gekommen und gewann sein erstes Rennen beim Grand Prix von Belgien. Brundle hatte als Nummer eins im Fahrerlager das Nachsehen, sodass Schumi in der 94er-Saison der Benetton B 194 anvertraut wurde. Nach dem Großen Preis von Australien in Adelaide erklomm er schließlich das Siegertreppchen – trotz einiger Probleme.

Schwierige erste WM-Saison

Benetton hatte im ersten WM-Jahr Schumis auch für einige Negativschlagzeilen gesorgt: Etwa als beim Großen Preis von Deutschland ein Rennauto beim Betanken Feuer gefangen hatte. Im Verlauf der Saison gab es Startverbote und Disqualifikationen für Schumacher, einmal hatte er zum Beispiel ein Flaggenzeichen missachtet. Doch war das Glück auf der Seite des geborenen Kerpeners, der einst als junger Rennfahrer zahlreiche Kart-Bahnen in Nordrhein-Westfalen unsicher gemacht hat. Schumis Titelkontrahenten wie Damon Hill schieden im letzten WM-Rennen nach einem Zusammenstoß aus. Schumi hielt die Trophäe in den Himmel und erhielt die Schampus-Dusche.

Präsentation wohl am 19. Oktober

„Es ist eine Ehre und auch eine Verpflichtung, den ersten Weltmeister-Rennwagen des Ausnahmesportlers demnächst auf dem Flugfeld zu präsentieren“, sagt Andreas Dünkel. In den viereinhalb Jahren seit der Eröffnung hat sich das Oldtimerzentrum mit Werkstätten, Läden und Dienstleis­tungen rund um das Automobil sowie mehreren Gastronomiebetrieben und einem ­Themenhotel zu einem wahren Publikumsmagneten entwickelt. Vor allem aus ganz Süddeutschland und der Alpenregion kommen die Fans chicer und schneller Wagen, mehr als 600 000 Besucher im Jahr. „Wir haben unsere Besucherzahlen stetig gesteigert“, sagt Dünkel, der fast 45 Millionen Euro in dieses Projekt investiert hat. Und nun sollen noch ein paar mehr Autonarren kommen. „Möglicherweise stellen wir den Rennwagen bei unserem Saisonausklang am 19. Oktober vor“, sagt der Center-Manager Bergfeld. Dann können die Gäste den WM-Flitzer kostenlos bestaunen – jedoch nicht darin Platz nehmen. „Die Sitzschale wurde damals für Michael Schumacher entworfen. Da passt nicht jeder hinein“, erklärt Bergfeld.




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