Börse in Frankfurt Dax über 13.500 Punkte - Rekordhoch im MDax

Von dpa 

Der Dax hat am Freitag erstmals wieder seit rund einem Jahr über der Marke von 13.500 Punkten geschlossen. Zum Rekordhoch fehlen dem deutschen Leitindex damit keine 100 Punkte mehr.

Die Indizes folgen damit der starken Entwicklung an den US-Börsen, wo es am Vortag ebenfalls weitere Rekorde gegeben hatte. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa Foto: dpa
Die Indizes folgen damit der starken Entwicklung an den US-Börsen, wo es am Vortag ebenfalls weitere Rekorde gegeben hatte. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Frankfurt/Main - Der Dax hat am Freitag erstmals wieder seit rund einem Jahr über der Marke von 13.500 Punkten geschlossen. Zum Rekordhoch fehlen dem deutschen Leitindex damit keine 100 Punkte mehr.

Der MDax indes knackte im Handelsverlauf die Marke von 28.700 Punkten und kletterte in bis dahin noch nie erreichte Höhen. Mit einem Plus von 0,72 Prozent auf 13.526,13 Zähler beendete der Dax den Tag und legte im Wochenverlauf um 0,3 Prozent zu. An seine Bestmarke von 13.596,89 Punkten vom 23. Januar 2018 war er im Handelsverlauf bis auf knapp weniger als 40 Punkte herangerückt. Der Index der mittelgroßen Werte schloss 0,70 Prozent höher auf 28.669,65 Punkte.

Langsam sei der Dax auf dem Weg, sein bisheriges Rekordhoch zu erreichen und zu überschreiten, sagte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. "Die Gemengelage ist weiterhin vielversprechend und richtungweisend", so dass in der neuen Handelswoche eine Bestmarke gut möglich sei.

Auch europaweit war die Börsenstimmung sehr freundlich: Der EuroStoxx 50, der zeitweise auf den höchsten Stand seit April 2015 geklettert war, stieg letztlich um 0,90 Prozent auf 3808,26 Punkte. In Paris und London legten die wichtigsten Indizes ebenfalls weiter zu. An den US-Börsen wurden trotz kleiner Schritte abermals Rekordmarken erreicht.

Favorit im Dax waren wieder die Aktien von RWE dank der Einigung zum Kohleausstieg und der damit verbundenen Kompensationszahlung. Mit plus 3,1 Prozent führten sie den Index an. Mehrere Analysten hatten ihre Kursziele für den Versorger angehoben. Auch bei Wirecard ging die jüngste Rally zunächst weiter, dann aber drehten die Aktien des Zahlungsdienstleisters in die Verlustzone und gaben letztlich um 0,7 Prozent nach. Allein in dieser Woche jedoch sind sie um gut 13 Prozent gestiegen. Anleger setzten weiter auf mehr Transparenz und eine verbesserte Kommunikation, sagten Händler.

Die im Dax schwer gewichteten SAP-Anteile rückten um 2,9 Prozent vor und im MDax legten die Anteile der Software AG um 1,7 Prozent zu. Händler verwiesen auf ein besser als erwartet ausgefallenes Quartal des US-Konzerns Progress Software. Dies hebe auch die Stimmung für die deutschen Branchenkollegen. Bayer rückten um 0,7 Prozent vor. Hoffnungen auf einen womöglich kurz bevorstehenden Vergleich im Glyphosat-Streit in den USA gaben Auftrieb.

An der MDax-Spitze setzte sich die Erholung der Varta-Aktien mit plus 4,7 Prozent fort. Bereits am Vortag waren die Anteile des Batterieherstellers angesichts eines rascher als gedacht verlaufenden Produktionsausbaus stärkster Wert im Index der mittelgroßen Unternehmen gewesen.

Die Vorzugsaktien des Medizintechnik-Unternehmens Drägerwerk brachen nach überraschend vorgelegten Quartalszahlen und enttäuschend vorsichtigen Aussagen zum neuen Jahr im SDax um etwas mehr als 10 Prozent ein.

Die Kurse deutscher Bundesanleihen bewegten sich nur wenig. Die Umlaufrendite verharrte bei minus 0,26 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,01 Prozent auf 143,90 Punkte. Der Bund Future sank am frühen Abend um 0,05 Prozent auf 171,63 Zähler. Der Euro geriet unter Druck und kostete zuletzt 1,1094 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1108 (Donnerstag: 1,1169) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9003 (0,8953) Euro.