Bombenanschlag in Bangkok Thailands Polizei findet Fingerabdrücke

Der thailändische Polizeichef erklärt bei einer Pressekonferenz von der Festnahme eines Verdächtigen. Foto:  
Der thailändische Polizeichef erklärt bei einer Pressekonferenz von der Festnahme eines Verdächtigen. Foto:  

An der Grenze zu Kambodscha wurde ein Mann festgenommen, der möglicherweise die Bombe gelegt hat, die Mitte August 20 Menschen tötete.

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Bangkok - Die Ermittlungen zum tödlichen Bombenattentat in Bangkok konzentrieren sich zunehmend auf ein offenbar türkisches Netzwerk. Die thailändische Polizei schrieb am Mittwoch einen Türken zur Fahndung aus. Auch bei einem an der Grenze zu Kambodscha gestellten Ausländer - und möglichen Bombenleger - soll es sich um einen türkischen Staatsbürger handeln.

Fingerabdrücke stimmten überein

Dessen Fingerabdrücke stimmten mit denen auf einer Flasche mit Material zum Bombenbau überein, die bei einer Razzia am Samstag gefunden worden sei, sagte Polizeisprecher Prawut Thavornsiri. „Er könnte derjenige sein, der die Bombe aus dieser Wohnung oder zum Tatort gebracht hat.“ Weitere DNS-Untersuchungen seien aber noch nötig, um diese Theorie zu untermauern.

Der stellvertretende thailändische Polizeichef, Chakthip Chaijinda, sagte Reportern, der Mann spreche offenbar Türkisch. Ob die türkische Botschaft informiert wurde, wollte er nicht sagen.

Neben diesen beiden ist auch ein dritter der insgesamt acht benannten Verdächtigen in dem Fall möglicherweise Türke. Er war am Samstag in seiner Wohnung in Bangkok festgenommen worden. An dem dort sichergestellten Material zum Bombenbau wurden nun die Fingerabdrücke des an der Grenze Festgenommenen gefunden.

Zusammenhang mit Uiguren?

Der Verdacht gegen Türken hatten Spekulationen verstärkt, dass das Attentat auf den Erawan-Schrein mit 20 Toten und mehr als 120 Verletzten im Zusammenhang mit der Volksgruppe der Uiguren stehen könnte, die auch in der Türkei leben. Thailand hatte im Juli eine Gruppe von Uiguren nach China abgeschoben, wo sie nach Ansicht von Aktivisten unterdrückt werden. Der Erawan-Schrein ist besonders beliebt bei chinesischen Touristen und könnte deshalb als Ziel extremistischer Uiguren ausgewählt worden sein.

Bei dem am Mittwoch zur Fahndung ausgeschriebenen Mann handelt es sich um den Türken Emrah D. Er werde beschuldigt, den Bombenlegern Unterschlupf gewährt zu haben, sagte Polizeisprecher Prawut. Der Türke ist der Ehemann einer ebenfalls gesuchten Thailänderin. In der Wohnung der beiden wurde nach Angaben der Polizei am Wochenende ebenfalls Bombenmaterial gefunden. Die Frau hält sich in der Türkei auf und beteuert ihre Unschuld.




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