Brandserie in Stuttgart Der Auto-Brandstifter schlägt weiter zu

Dieser VW Beetle wurde am Mittwochmorgen ein Raub der Flammen. Foto: 7aktuell.de/Oskar Eyb 14 Bilder
Dieser VW Beetle wurde am Mittwochmorgen ein Raub der Flammen. Foto: 7aktuell.de/Oskar Eyb

Der Serien-Brandstifter von Stuttgart schlägt nun in immer kürzeren Abständen zu. Diesmal hat er sich wieder den Bereich der Stafflenbergstraße ausgesucht. Wann kommt die Polizei ihm auf die Spur?

Stuttgart - Seine offenbar pyromanische Veranlagung ist nun vollends durchgebrochen: Ein Unbekannter hat in der Nacht zum Mittwoch in Stuttgart erneut Autos in Brand gesteckt. Der Täter schlug an der Ecke der Stafflenberg- und Diemershaldenstraße im Stadtbezirk Mitte zu, wo schon vor knapp einer Woche Autos in Flammen aufgingen. Die Polizei hat am Mittwoch eine Ermittlungsgruppe ­namens Bopser gegründet – um dem einen oder womöglich mehreren Urhebern auf die Spur zu kommen. Sieben Ermittler, wechselweise von anderen Beamten unterstützt, kümmern sich speziell um die Serie.

Am Mittwoch traf es zwei auswärtige Autobesitzer – mit Fahrzeugen, die im Zollernalbkreis und in Köln zugelassen sind. Die Feuerwehr, gegen 0.15 Uhr alarmiert, konnte nicht mehr viel ausrichten, als ein VW Beetle eines 57-Jährigen und ein 1er BMW einer 29-Jährigen in Flammen standen. Die Autos brannten komplett aus. „Der Schaden wird auf jeweils 30 000 Euro geschätzt“, sagt Polizeisprecher Rainer Struensee. Auch drei Müllcontainer wurden durch die Flammen beschädigt.

Damit hat der Gesamtschaden die Marke von 300 000 Euro überschritten. Auf der Liste der Ermittlungsgruppe stehen zwölf geparkte Autos, die zerstört oder durch Brandhitze beschädigt worden. Dass ein Serientäter am Werk ist – daran gibt es keinen Zweifel. „Ein klares Muster ist aber nicht zu erkennen“, sagt Polizeisprecher Struensee.

Der Täter hat keine besonderen Vorlieben

Der Täter scheint keine Vorlieben für bestimmte Marken zu haben, und auch der Wert spielt offenbar keine Rolle. Betroffen sind auch nicht ausschließlich Autos von auswärtigen Besitzern – was den Verdacht nahe gelegt hätte, dass sich da einer darüber aufregt, dass Pendlerfahrzeuge die Parkplätze blockieren. Auch Anwohnerfahrzeuge sind ins Visier geraten. Die Tatorte liegen zwischen der Haußmannstraße im Stuttgarter Osten und der Neuen Weinsteige in Stuttgart-Süd. Einzig eine Brandstiftung in der Panoramastraße Anfang Juli liegt abseits der Schneise. Bei einem Fall in der Bopserwaldstraße am 20. Juni ist noch unklar, ob dieser zu der Serie gehört oder nicht.

Mit der nunmehr sechsten Nacht ­brennender Autos spitzt sich die Situation weiter zu. Ob die Serie geklärt werden kann wie schon 2011? Damals konnte ein 20 bis 21 Jahre altes Trio gefasst werden. Die jungen Männer hatten sich nach ersten Einlassungen wohl von Fernsehbildern brennender Autos in Berlin inspirieren lassen.

Bei der Polizei ist aus ermittlungstaktischen Gründen nicht zu erfahren, wie sie eigentlich auf die Spur des Täters zu kommen gedenkt. Immerhin gibt es für die Ermittler mehr Möglichkeiten, als sich nur nachts auf die Lauer zu legen.




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