Bürgerentscheid zum Gewerbepark Fils Uhingen blickt bereits nach vorn

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Auch die Gewerbepark-Befürworter sind froh, dass es beim Bürgerentscheid ein klares Abstimmungsergebnis gegeben hat. Sie wollen konstruktiv weiter arbeiten. Ebersbach ist nun auf sich alleine gestellt, möchte das Projekt allerdings in eigener Regie umsetzen

Mehr als 4600 Wahlumschläge mussten nach dem Bürgerentscheid in Uhingen geöffnet werden. Foto: /Horst Rudel 5 Bilder
Mehr als 4600 Wahlumschläge mussten nach dem Bürgerentscheid in Uhingen geöffnet werden. Foto: /Horst Rudel

Uhingen - Am Montagmorgen hat es in Uhingen vor allem ein Gesprächsthema gegeben. Ob beim Bäcker oder auf dem Bahnhof, ob auf der Straße oder im Supermarkt: Das 73-prozentige Votum beim Bürgerentscheid, dass sich die Stadt nicht weiter an der Entwicklung des interkommunalen Gewerbeparks Fils beteiligen soll, wurde rauf und runter diskutiert. Die Reaktionen reichten dabei von „Des isch scho recht so“ bis „Jetzt könnte in Uhingen einiges schwieriger werden“.

Auch in der Verwaltung und unter den Gemeinderäten stand das Ergebnis vom Sonntag natürlich noch im Fokus. Andererseits wurde der Blick aber schon nach vorne gerichtet. Noch am Abend hatte Bürgermeister Matthias Wittlinger deutlich gemacht, „dass wir uns der neuen Situation stellen und unsere Hausaufgaben machen werden“. Zudem biete die Klarheit des Ergebnisses die Chance, sich in Uhingen auch wieder auf andere wichtige Dinge zu konzentrieren.

Konstruktives Arbeiten soll die Zukunft bestimmen

Sabine Braun, die Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion, hätte das gemeinsam mit Ebersbach ersonnene Projekt ebenfalls begrüßt. „Natürlich bin ich enttäuscht, weil ich die Entscheidung für falsch halte“, sagt sie. Aber es müsse in und mit der Stadt ja weitergehen, weshalb sie auch künftig mit jedem zusammenarbeiten werde, betont Braun. „Ich hoffe nur nicht, dass es ein böses Erwachen gibt, wenn erst mal Arbeitsplätze verloren gehen“, ergänzt sie. Diese Sorge teilt sie mit Rainer Frey, dem Sprecher der Freien Wähler. „Es gibt schon jetzt einige Betriebe, die Uhingen verlassen, weil wir schlicht keine Erweiterungsflächen mehr haben.“ Dennoch sei er froh über das eindeutige Votum: „Klares Ergebnis, klare Verhältnisse, klarer Auftrag.“ Seine Fraktion werde konstruktiv weitermachen. Da bleibe nichts zurück, fügt er hinzu.

Susanne Widmaier (SPD) hofft derweil darauf, dass es genau so kommen möge: „Ich kann mir vorstellen, dass die Arbeit im Gemeinderat künftig wieder entspannter sein wird“, erklärt sie. Frank Benkart, der Vorsitzende der UBU-Fraktion (Unabhängige Bürger Uhingen), die nicht zuletzt wegen ihrer Ablehnung des Gewerbeparks mit sieben Leuten in das Kommunalparlament eingezogen ist, nennt den ersten Bürgerentscheid in der Stadt einen „Erfolg für die Demokratie“.

Gewerbeparkgegner wollen mit in die Verantwortung gehen

Die Zeiten hätten sich einfach verändert und vielleicht müssten manche Dinge, wie etwa das Stadtentwicklungskonzept 2030, in Uhingen entsprechend nachjustiert werden, fährt er fort. „Ich rede dabei nicht nur von der Bürgerbeteiligung oder vom Klimaschutz, sondern auch davon, dass wir im Gemeinderat miteinander klar kommen“, sagt Benkart.

Was just diese Bürgerbeteiligung angeht, möchte die Planungsgruppe Nassachmühle, die das Bauprojekt zusammen mit der BI Kein Gewerbepark Fils bekämpft hat, weiterhin am Ball bleiben. „Man kann nicht nur verhindern. Man muss auch Verantwortung übernehmen“, stellt Carsten Unger, einer der Vertreter der Planungsgruppe klar. Noch am Sonntagabend hätten sich die Mitglieder darauf geeinigt, nachlegen zu wollen. „Für uns geht’s jetzt erst los“, betont Unger.

In Ebersbach indes geht’s nun aufs Neue los, denn die Kooperation mit Uhingen ist vom Tisch. So sehr Bürgermeister Eberhard Keller dies bedauert, so entschlossen ist er, den Gewerbepark in etwas kleinerer Form, dafür aber solo zu realisieren. „Wir sind zwar finanziell nicht auf Rosen gebettet, aber wir kriegen das hin“, ist er sich sicher. Dafür müssten ein neues Erschließungskonzept her und der städtebauliche Entwurf überarbeitet werden. „Das werden wir, im engen Dialog mit unseren Bürgern, schaffen“, sagt Keller.




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