Bürgerverein Botnang „Ein Gewinn für den Bezirk“

Der Bürgerverein  organisiert auch Straßenfeste.  Foto: Leonie Hemminger
Der Bürgerverein organisiert auch Straßenfeste. Foto: Leonie Hemminger

Der „Verein der Vereine“ ist mit dem Bezirksamt verzahnt. Vorsitzender ist Wolfgang Stierle.

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Botnang - Ortsbus, Straßen- und Heimatfest, Theatertage, Heimatblätter oder Laternenumzug: der Botnanger Bürgerverein ist für viele Feste, Veranstaltungen und Projekte im Stadtbezirk verantwortlich – und das seit 35 Jahren.

Der Grundstein für die Vereinsgründung wurde schon 1975 gelegt. Im Rahmen der Vorbereitungen zur 900-Jahr-Feier Botnangs hatten zahlreiche Vereine und Organisationen im Stadtbezirk einen Festausschuss gebildet, um die Feierlichkeiten rund um diesen Geburtstag besser planen und umsetzen zu können.

„Schnell stellte sich heraus, dass diese Form der Zusammenarbeit zwischen den Botnanger Vereinen ein Gewinn für den Bezirk darstellte. Der Festausschuss sollte zur dauerhaften Institution werden, als Verein der Vereine“, sagt Wolfgang Stierle, der seit 1999 Vorsitzender ist.

Arge wird in Bürgerverein umbenannt

Bis zum Jahr 2006 hieß der „Verein der Vereine“ allerdings noch „Arbeitsgemeinschaft der Botnanger Vereine, Organisationen und Parteien“, kurz Arge. Dieser Begriff sei allerdings einfach zu sperrig gewesen, so Stierle. Deshalb hätten sich die Vereinsmitglieder darauf verständigt, die Arge in „Botnanger Bürgerverein“ umzubenennen.

Die Struktur des Vereins blieb aber gleich. Seit seiner Gründung 1977 ist der Bürgerverein eng mit dem Bezirksamt und somit auch mit dem Bezirksvorsteher verbunden – etwas zum Leidwesen von Wolfgang Stierle: „Ich werde in der Öffentlichkeit in erster Linie als Bezirksvorsteher wahrgenommen. Es täte dem Verein aber sicherlich gut, wenn er jemanden an der Spitze hätte, der in erster Linie als Vorsitzender des Bürgervereins wahrgenommen wird.“ Interessenkonflikte könnten so erst gar nicht entstehen.

Zudem ist der Aufwand für Wolfgang Stierle in Doppelfunktion mittlerweile auch kaum mehr zu stemmen. Viele Jahre sei dies kein Problem gewesen, aber alleine die Organisation der großen vereinsübergreifenden Feste in Botnang, die der Bürgerverein federführend übernommen hat, sei ausgeufert. „Ein Straßenfest lässt sich einfach nicht mehr so geschwind auf die Beine stellen“, sagt Wolfgang Stierle. Der bürokratische Aufwand sei mittlerweile immens. Deshalb wurde für diese zeitintensive Aufgabe nun auch eine eigene Kommission innerhalb des Bürgervereins ins Leben gerufen, die im vergangenen Jahr zum ersten Mal das Straßen- und Heimatfest organisiert hat. Die Organisation des Weihnachtsmarktes hingegen hat der Bürgerverein sogar ganz aufgegeben. Er wird mittlerweile privat von den beiden Botnangerinnen Regina Grumer und Ursula Traub-Pehl organisiert.

Ortsbus soll in Botnang weiter fahren

Doch auch ohne den Budenzauber gibt es für den Bürgerverein weiterhin genug zu tun: „Im September 2010 haben wir beispielsweise den Betrieb des Ortsbusses in unsere Trägerschaft übernommen – zuerst für ein Jahr auf Probe. Mittlerweile hat sich das Projekt aber bewährt. Die Fahrgastzahlen haben sich erfreulich entwickelt“, sagt Stierle. Der Ortsbus soll weiter fahren und zwar dauerhaft.

Für den Vorsitzenden Wolfgang Stierle liegt die Bedeutung des Ortsbusses für Botnang klar auf der Hand: „Wir wollen mit dem Ortsbus kein Geld verdienen, sondern hauptsächlich den Senioren die Teilhabe am öffentlichen Leben ermöglichen.“ Denn nicht zuletzt durch den Ortsbus könne der Botnanger Bürgerverein weiterhin dazu beitragen, dass das Vereins- und Kulturleben vor Ort auch in diesem hohen Maße aufrecht erhalten werden könne.

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