Bundestagswahl in Weil der Stadt und Renningen Freude über gute Wahlbeteiligung

Von Florian Mader 

Die FDP schneidet im Kreis Böblingen überdurchschnittlich gut ab.

„Es wär der absolute Super-Gau“, sagt CDU-Mann Buhl zum möglichen Einzug der AfD in die Gemeinderäte. Foto: dpa
„Es wär der absolute Super-Gau“, sagt CDU-Mann Buhl zum möglichen Einzug der AfD in die Gemeinderäte. Foto: dpa

Weil der Stadt/Renningen - Eines freut alle, egal, ob politisch rechts oder links – oder offiziell neutral, weil sie als Wahlleiter zur Neutralität verpflichtet sind. „Die Wahlbeteiligung ist gestiegen“, stellt der Weil der Städter Bürgermeister Thilo Schreiber zufrieden fest. In seiner Stadt zum Beispiel von 77 bei der vergangenen Bundestagswahl auf 81 Prozent.

FDP fängt von vorne an

Auffallend ist vor allem das überdurchschnittlich gute Ergebnis der FDP. In Renningen haben 14,2 Prozent liberal gewählt, in Weil der Stadt 15,3 Prozent. Für Hans Dieter Scheerer, den FDP-Kreisvorsitzenden und Weil der Städter Rechtsanwalt, ein Ergebnis der guten Arbeit in den vergangenen vier Jahren. „Wir haben damals ganz von vorne angefangen“, berichtet er. Mit vielen Bürgern haben Scheerer und seine Parteifreunde geredet um sie zu überzeugen, dass eine starke FDP unverzichtbar sei. Jetzt haben die Liberalen im Kreis Böblingen mit Florian Toncar wieder den direkten Draht nach Berlin. „Ich habe ihm zwei Modellautos geschenkt“, erzählt Scheerer. „Damit er immer daran erinnert wird, woher er kommt: aus einem Kreis, in dem Autos gebaut werden.“

Neben Toncar wird auch Marc Biadacz (CDU) den Wahlkreis in der Hauptstadt vertreten. Sein Erststimmen-Ergebnis ist mit 39 Prozent zwar schlechter, als die 54 Prozent, die Clemens Binninger 2013 geholt hatte. Martin Buhl, der CDU-Fraktionsvorsitzende in Weil der Stadt, freut sich dennoch. „Für einen Generationenwechsel ist das ein ordentliches Ergebnis“, sagt er. Mehr Sorgen bereitet ihm das Ergebnis der AfD. „Es ist dramatisch, dass diese Partei aus dem Stand heraus zweistellig wird“, sagt der CDU-Mann. In zwei Jahren sind Kommunalwahlen, Buhl hofft, dass die AfD dann keine Rolle spielt. „Es wär der absolute Super-Gau, wenn sie es in den Weil der Städter Gemeinderat schaffen würde.“

SPD hofft auf Chancen in vier Jahren

Opposition heißt es jetzt für die SPD. „Das muss sein, es ist für die Demokratie unverzichtbar, dass es Alternativen gibt“, sagt Jan Hambach aus Renningen, der der Juso-Vorsitzende im Kreis Böblingen ist. Er freut sich zudem über die 19,6 Prozent Erststimmen für die SPD-Kandidatin Jasmina Hostert. „Wenn wir dran bleiben, hat Jasmina in vier Jahren gute Chancen.“

Klare Vorstellungen, welche Herausforderungen auf die neue Regierung warten, hat Wolfgang Faißt, Renninger Bürgermeister und Landeschef der Freien Wähler. „Wohnungsnot, Integration und Innere Sicherheit sind die Probleme vor Ort“, sagt er. „Hier hoffe ich vor allem auf einen Dialog mit der kommunalen Eben auf Augenhöhe.“ Beim Wohnraum müssten zum Beispiel die Baustandards auf den Prüfstand.