Burnout "Ich kann nicht mehr, nichts macht mehr Spaß"

Auch unter Jugendlichen ist Burnout verbreitet.  Foto: Shutterstock / Antonio Guillem
Auch unter Jugendlichen ist Burnout verbreitet. Foto: Shutterstock / Antonio Guillem

Stress ist im Alltag oft allgegenwärtig. Zu viel davon kann negative Folgen haben. Stichwort: Burnout. Aber gilt das auch für Jugendliche? Eine Psychotherapeutin spricht über Leistungsdruck und warum Burnout keine eigenständige Diagnose ist.

Volontäre: Lotta Wellnitz (loz)
WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

„Ich habe das Gefühl, ausgebrannt und nicht mehr leistungsfähig zu sein.“ So beschreiben viele Burnout-Betroffene ihre Situation. Die Symptome sind vielseitig und reichen von Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und Antriebslosigkeit bis hin zu psychosomatische Beschwerden wie etwa Kopfschmerzen. Aber auch Panikattacken, Depressionen oder ein kompletter körperlicher oder geistiger Zusammenbruch können die Folge sein.

Wie die analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Dorothea Wagner sagt, diagnostiziert man im Zusammenhang mit Burnout eher eine Depression. Wir haben sie zum Interview in ihrer Praxis in Stuttgart getroffen. Diese führt sie zusammen mit ihrem Kollegen Marco Bortolotti. Sie spricht mit uns außerdem darüber, welche Symptome Betroffene haben, warum es nicht nur Erwachsene treffen kann und vor allem: wie Außenstehende helfen können.

Das Video ist Teil der „Mental Health“ Serie, in der wir uns mit psychischen Erkrankungen beschäftigen. Wir wollen auf das wichtige Thema aufmerksam machen, da es in vielen Teilen der Gesellschaft leider immer noch ein Tabu ist. Auf unserer Webseite und den Social-Media-Kanälen findet ihr weitere Texte und Videos zum Thema.

Was ist ein Burnout?

Genau definiert ist Burnout nicht. Es wird als Oberbegriff für verschiedene Arten von persönlichen Krisen verstanden. Oft spricht man von einem Krankheitszustand, bei dem Betroffene durch lang andauernden Stress so stark belastet sind, dass sich für sie ein Zustand physischer und emotionaler Erschöpfung einstellt. Ursache für den Stress können Job und private Belastungen sein.

Begriff wird neu definiert

Laut dem sogenannten ICD-10, dem internationalen Klassifikationssystem der Weltgesundheitsorganisation (WHO), ist Burnout nicht als Krankheit definiert. Es wird unter Z73 „Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung“ gelistet. Ab 2022 soll sich das ändern. Dann wird die ICD-10 durch eine neue Version ersetzt werden, die ICD-11. Darin wird es als Burnout-Syndrom beschrieben, das entsteht, weil „Stress am Arbeitsplatz nicht erfolgreich verarbeitet werden kann“. Laut WHO soll der Begriff auch ausschließlich im Zusammenhang mit dem Beruf und nicht etwa anderen Lebensbereichen verwendet werden.


Mehr aus unserer Mental Health Serie 

Wir sprechen über mentale Gesundheit und liefern Ihnen dazu kreativen Content hier auf unserer Website und auf unseren Social Media Kanälen. Zur „Mental Health“ Serie

Lesen Sie aus unserem Angebot:


Anmerkung der Redaktion

Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Suizidgedanken leiden oder jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Sie erreichen diese telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.

Informationen und Hilfe bei Depressionen: https://www.deutsche-depressionshilfe.de

Nummer gegen Kummer für Kinder und Jugendliche: 0800/116 111 (Mo. bis Sa. 14-20 Uhr, anonym & kostenlos!)

In Stuttgart bietet der Arbeitskreis Leben suizidgefährdeten Menschen, Menschen in Lebenskrisen, Angehörigen, sowie Hinterbliebenen nach dem Suizid eines nahe stehenden Menschen Unterstützung an. Telefon 0711/600 620, hier geht es zur Internetseite: https://www.ak-leben.de/beratungsstellen/akl-stuttgart.html

Kassenärztliche Therapeuten in Deutschland: http://www.kbv.de/html/arztsuche.php

Unsere Empfehlung für Sie