Buslinie 65 in Heumaden Überlegungen der SSB sorgen für Aufregung

Die Buslinie 65 soll   weiterhin Alt-Heumaden ansteuern, fordern die Bezirksbeiräte. Foto: Archiv Judith A. Sägesser
Die Buslinie 65 soll weiterhin Alt-Heumaden ansteuern, fordern die Bezirksbeiräte. Foto: Archiv Judith A. Sägesser

Die Sillenbucher Bezirksbeiräte befürchten, dass die SSB eine veränderte Linienführung an Alt-Heumaden vorbei plant – und damit den Stadtteil vom Netz abhängt. Das Unternehmen bestätigt, dass es derartige Überlegungen gibt, aber noch nichts fix sei.

Lokales: Cedric Rehman (cr)

Heumaden - Die Neuigkeit sorgte bei der jüngsten Bezirksbeiratssitzung für einigen Wirbel. Der SPD-Bezirksbeirat Ulrich Storz verwies auf einen Bericht aus der Presse. Darin war davon die Rede, dass die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) plane, künftig Alt-Heumaden und Lederberg nicht mehr anzusteuern. „Das darf nicht sein“, sagte der SPD-Bezirksbeirat in der Sitzung. Er nannte die Nachricht einen „echten Aufreger“. Ähnlich sieht das Philipp Kordowich, der Sprecher der CDU-Fraktion im Sillenbucher Bezirksbeirat. „Das ist so zentral für Heumaden.“

Die SSB hält sich zu ihren Plänen für die künftige Linie 65 bedeckt. Deren Sprecherin Birte Schaper bestätigt aber, dass das Unternehmen Handlungsbedarf sehe. Die Linie sei nicht stabil genug. Schaper meint damit, dass es immer wieder zu Verspätungen komme. Das will die SSB künftig verhindern.

Die SSB hält sich bedeckt

Schaper lässt sich aber nicht in die Karten schauen, wie die SSB für mehr Pünktlichkeit sorgen will. Sie nennt als mögliche Lösung zum einen Busspuren, auf denen Autos nicht fahren dürften. An welcher Stelle diese eingerichtet werden könnten, könne sie im Moment aber nicht sagen. Eine weitere Herangehensweise sei eine veränderte Linienführung. Doch auch in Bezug auf diese Option könne sie nichts Genaueres sagen.

Allerdings verneint Schaper nicht, dass eine solche Linienführung auch eine Veränderung für den Busanschluss von Alt-Heumaden und Lederberg bedeuten könnte. Im Moment sei alles offen. Das gelte auch für den Zeitraum, den die Fachleute benötigen, um einen Plan zu entwickeln, wie es mit den 65-Bussen weitergeht, fügt die Sprecherin der SSB hinzu.

Forderung nach rascher Stellungnahme

Der Bezirksbeirat drängt dagegen auf möglichst rasche Antworten. In der Sitzung wurde gefordert, dass das Verkehrsunternehmen baldmöglichst Stellung beziehen soll. Die SSB könnte dann aber noch gar nicht in der Lage sein, klarzustellen, ob sie eine veränderte Linienführung anstrebt, sagt die Sprecherin Schaper.

In diesem Fall sollte der Bezirksbeirat zum Ausdruck bringen, dass eine veränderte Linienführung an Alt-Heumaden vorbei für das Gremium nicht akzeptabel ist, fordert der SPD-Sprecher Ulrich Storz. Er verweist darauf, dass der Sillenbucher Bezirksbeirat auch bei der Frage einer Anbindung des Bezirks an den Flughafen über eine verlängerte Linie 65 mit der SSB einen Strauß auszufechten habe. „Wir müssen es so machen wie bei unserem Dauerthema und dürfen nicht klein beigeben“, sagt Ulrich Storz.

SPD will Ersatzverkehr

Ähnlich sieht das auch Philipp Kordowich von der CDU. Er will eine klare Information darüber, wie ein Anschluss Alt-Heumadens gewährleistet werden kann, sollte die Linie 65 den Stadtteil nicht mehr ansteuern. „Im September sprechen wir ohnehin über den Nahverkehrsentwicklungsplan.“ Ulrich Storz könnte eine neue Linienführung der 65er-Busse akzeptieren, sollte die SSB den Anschluss Alt-Heumadens an den öffentlichen Nahverkehr dennoch gewährleisten. „Wie das die SSB am Ende regelt, ist ja egal.“

So sieht es auch der Vorsitzende des Bürgervereins Heumaden. Dieter Reuker fordert einen Ersatzverkehr, sollte die Linie 65 Alt-Heumaden nicht mehr ansteuern. Er verweist in diesem Zusammenhang auf die Steillage in Alt-Heumaden. Ältere Menschen seien deshalb auf den Bus angewiesen. Der Vorsitzende hat einen Vorschlag, wie die SSB Verspätungen auf der Linie 65 verhindern könnte. Reuker wohnt an der Bockelstraße. Er will beobachtet haben, dass 65er-Busse regelmäßig auf der Straße beim Wenden scheitern, weil Falschparker den Raum begrenzen. „Ich habe mich mal mit einem Busfahrer unterhalten. Der hat mir gesagt, sie hätten die Anweisung, zu hupen, bis jemand kommt und sein Auto wegfährt“, sagt Reuker.

Er fügt hinzu, dass seiner Beobachtung nach dann aber nie jemand käme. Er schlägt vor, dass die SSB bei der Verwaltung für ein konsequenteres Vorgehen gegen Falschparker eintreten sollte. „Oder sie lässt einfach alle Busse nach Birkach durchfahren und nicht ein paar in Heumaden wenden und ins Depot zurückfahren“, sagt er. Eine andere Linienführung an Alt-Heumaden vorbei sei dagegen falsch, findet Reuker. „Das wäre Ausgrenzung.“




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