Stadtkind Stuttgart

Campuskind - Die Studenten-Kolumne Die Alles-was-ich-schon-immer-mal-sagen-wollte-Kolumne

Von Wiebke Wetschera 

Es gibt viele Dinge, die unser Campuskind im Alltag aufregen. Alles, was es schon immer mal loswerden wollte, findet jetzt Platz in der Kolumne.

Es gibt viele Dinge, über die sich unser Campuskind aufregt. Foto: Wiebke Wetschera
Es gibt viele Dinge, über die sich unser Campuskind aufregt. Foto: Wiebke Wetschera

Es gibt tausend Dinge im Leben, die man immer schon mal sagen wollte. Die man aber nie ausspricht. Und genau so eine Kolumne ist das hier. Ich sage jetzt einfach alles, was ich immer schon mal sagen wollte. Aber was ich sonst nie gesagt habe.

Liebe Bahn- und Busfahrer, die die ganze Zeit an der Bahnstation stehen bis man knapp vor der Tür ist und dann losfahren. Habt ihr eigentlich kein Gewissen? Man müht sich ab, läuft so schnell man kann und glaubt an sich, dass man es wirklich noch schaffen kann. Und dann kommt ihr. Tür zu, Abfahrt. Schon klar, ihr habt die Macht. Aber ich wollte schon immer mal sagen, dass man sich immer zwei Mal im Leben sieht. Meine Tür steht euch immer offen. Aber nur bis ihr kurz davor seid.

Endpunkt Schwabstraße

Wo wir gerade beim Thema Bahnfahren sind: Ich wollte schon immer einmal wissen, warum die Fahrt von der Schwabstraße bis zur Uni eigentlich so endlos sein muss. Morgens braucht man ewig um zurückzukommen und abends, nach der Uni, hat man das Gefühl, eigentlich schon am Hauptbahnhof sein zu müssen, ist aber erst an der Schwabstraße. Die Schwabstraße ist deprimierend. Auch weil andauernd eine Bahn bis zur Schwabstraße fährt und gefühlt nie eine dann bis zur Uni. Warum tut ihr uns das an?

Alle meine Facebook-Freunde, die mich immer wieder zu Candy Crush oder irgendwelchen Strategiespielen einladen. Nein, danke ich habe kein Interesse. Und nein, ich möchte euch auch nicht dabei unterstützen, dass ihr ein neues Obst auf eurer Plantage pflanzen könnt. Und es ist mir auch egal, wie viele Goldmünzen ihr bekommen würdet, wenn ich euch unterstützen würde. Denn ich tue es nicht. Stattdessen rege ich mich über jede Anfrage jedes Mal wieder neu auf. Danke.

Liebe Männer, die einem aus dem schicken Sportwagen auf der Theodor-Heuss-Straße hinterherpfeifen, oder die einem im Vorbeigehen irgendwas wie „Geile Sau“ oder so ähnlich zuwerfen. Was denkt ihr denn? Dass wir Frauen sagen: Wow, den muss ich unbedingt kennenlernen. Ernsthaft? „Der ist die Liebe meines Lebens.“ – keine Frau. Jemals.

Das muss ich jetzt mal loswerden

Es gibt so viele Dinge mehr im Alltag, über die man mal reden sollte. Über die Menschen, die sich in der Bahn immer auf den Platz meiner Tasche setzen, obwohl tausend andere frei sind. Über die Kellnerin, die immer dann kommt, wenn man sich noch nicht entschieden hat und genau dann, wenn man endlich bestellen will, wie vom Erdboden verschluckt ist. Die Tatsache, dass der Rückweg einem immer länger vorkommt als der Hinweg. Oder dass schöne Momente so viel schneller vorbeigehen als die langweiligen Zeiten unseres Lebens. WIESO NUR?

Ich wollte das einfach mal loswerden. Alle die sich angesprochen fühlen, manchmal könnte ich mich wirklich über euch aufregen. Aber was wäre der Alltag denn ohne die Dinge, die uns aufregen, ohne die Menschen, die wir nicht verstehen können. Langweilig, genau. Und dann würde er ja nie vergehen. Tür zu, Abfahrt.

 

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