Stadtkind Stuttgart

Campuskind – die Studenten-Kolumne Die Liste gegen das Vergessen

Von Wiebke Wetschera 

Ausmisten, Putzen, neues Semesterticket besorgen: Unsere Kolumnistin Wiebke Wetschera hat noch einiges vor, bevor Ende März wieder die Vorlesungen beginnen. Gar nicht so einfach, das straffe Programm in das gemütliche Chillen während der Semesterferien einzubetten.

Bis zum Semesterstart gibt es noch einiges zu tun. Damit man nichts vergisst, hilft nur die gute alte To-Do-Liste. Foto: Wiebke Wetschera
Bis zum Semesterstart gibt es noch einiges zu tun. Damit man nichts vergisst, hilft nur die gute alte To-Do-Liste. Foto: Wiebke Wetschera

Stuttgart - Eigentlich bin ich kein Fan von Listen. Aber manchmal, da muss man sich ein paar wichtige Dinge einfach aufschreiben. Aus dem ganz einfachen Grund, dass es menschlich ist, auch mal etwas zu vergessen. Und damit mir das zwischen Alkoholkonsum, Chillen in den Semesterferien und zahlreichen Yolo-Aktionen nicht passiert, gibt es ab sofort meine ganz persönliche und super-altmodische To-do-Liste. Die Deadline läuft bis zum 24. März – da beginnt das Semester wieder und auch der Frühling hat dann gerade begonnen. Ich notiere also: der Countdown für die kommenden drei Wochen hat begonnen.

Im Aufräumfieber

Zuallererst: Ausmisten. Und zwar die Erinnerungen an das erste Semester vernichten. Egal ob verbrennen, zerschneiden oder schreddern – Hauptsache weg mit dem unnötigen Zeugs. Für den stillen Typ unter den Studenten bleibt natürlich auch die Möglichkeit, das wertvolle Papier sanft in die Altpapiertonne zu legen, die Nostalgischen unter uns heften es vielleicht ab oder tapezieren die Wände neu. Jeder hat da so seine ganz persönliche, während der Schulzeit angeeignete Art, den Kram auszumisten.

Aber Vorsicht! Bitte keine Zettel in einem geschlossenen Raum anzünden. Das hat mein Bruder mal gemacht. Zum Glück ist unser Haus nicht abgefackelt, aber gerochen haben wir es trotzdem alle und ihn anschließend entsetzt zur Rede gestellt, weshalb er das denn anzünden müsste und dann auch noch im Haus. „Ich war zu faul, extra runterzulaufen“ kam als Antwort zurück. Sollte das bei jemandem der Fall sein, dann bittet doch den lieben Mitbewohner um Hilfe, oder lasst den Müllsack erstmal im Abstellraum, bis die Motivation euch packt.

Ein ebenfalls gern gemachter Fehler ist der des Übermuts. Alles muss raus, als wäre es ein Saisonabverkauf, nur dass es für die mühsam zusammengeschriebenen Anekdoten eben kein Geld gibt. Und dann am Anfang des Semesters die Erkenntnis: da steht ja noch die Modulprüfung bevor, die auch die Inhalte des ersten Semesters wieder aufgreift. Egal? Yolo? Vielleicht doch lieber die Variante mit dem Müllsack in der Abstellkammer. Spätestens nach der Bachelorarbeit darf dieser jedoch entsorgt werden.

Frühlingsgarderobe, komm her!

Wo wir gerade beim Ausmisten sind: Der Kleiderschrank muss umgeräumt werden. Bevor der Frühling kommt, muss meine Garderobe nämlich schon lange frühlingshaft sein. Egal ob das Wetter wirklich so ist oder nicht. Hauptsache ich bin vorbereitet, wenn es dann frühlingshaft werden sollte, irgendwann.

Deswegen heißt es jetzt: dicke Pullover raus, Blümchenkleider rein. Nein, meine Frühlingsgarderobe besteht natürlich nicht nur aus Blümchenkleidern – die sind vielmehr als Symbol zu verstehen. So wie die dicken Pullis für den Winter stehen, auch wenn man die im letzten Winter nicht wirklich brauchte.

Der Winter, der keiner war. Hoffentlich macht der Frühling das besser. Ich bin jedenfalls passend gekleidet.

Neues Semester, neue Fahrkarte

Natürlich muss ich mir unbedingt das Semesterticket kaufen. Im ersten Semester hatte ich das Pech, dass die Website – aus welchem Grund auch immer – meine Kontonummer nicht akzeptieren wollte. Das führte zu einem Fehler, weshalb ich mein Ticket nicht einfach ausdrucken konnte.

Stattdessen musste ich mich anstellen und warten, dabei bin ich so ein ungeduldiger Mensch. Nun ja, dieses Semester wieder das Gleiche. Zumindest fast. Mein Studentenausweis war nicht aktuell, schade. Umsonst angestanden. Dann wütend zur Hochschule gefahren, ihn geupdatet und das Anstellen auf den nächsten Tag verschoben. Und plötzlich, ja plötzlich konnte ich es online bestellen. Danke.

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