Stadtkind Stuttgart

Campuskind - Die Studenten-Kolumne Sommer, wie ich ihn mir vorstelle vs. wie er wirklich ist

Von Wiebke Wetschera 

Der Sommer lässt dieses Jahr irgendwie auf sich warten, dabei träumt unser Campuskind doch von einem so schönen Sommer. Traum vs. Realität - der bisherige Sommer 2015 in Worten.

Links: Der Sommer, wie ihn unser Campuskind gerne hätte. Rechts: Wie der Sommer dann wirklich ist. Foto: privat
Links: Der Sommer, wie ihn unser Campuskind gerne hätte. Rechts: Wie der Sommer dann wirklich ist. Foto: privat

Stuttgart - Auf Facebook tauchen fast täglich Fotos auf, die perfekt zu meinem Gemüt oder zu meinen Gedanken passen. Neulich war mal wieder so ein Tag. Ein Foto mit der Aufschrift „Der Oscar für die beste Hauptrolle geht an den Sommeranfang für seine Rolle als Herbst.“ Ich fühlte mich verstanden. Ja, dann mal einen herzlichen Glückwunsch, Sommer.

Der Sommer, wie ich ihn mir vorstelle.

Der Wecker klingelt, ich öffne die Augen und die Sonnenstrahlen kitzeln mich im Gesicht. Ich muss lächeln. Sommer ist wirklich etwas schönes. Hochmotiviert stehe ich auf, ziehe mir ein kurzes Shirt und eine Hose über und setze mich in die Küche zum Frühstücken. Morgens scheint die Sonne immer hell ins Küchenfenster hinein und so sitze ich in der Sonne und stärke mich für den Tag. Wenn die Sonne scheint, dann ist die Welt ein bisschen weniger scheiße. Eigentlich ist sie dann sogar super gut – sofern man denn zumindest ein bisschen was davon hat. Aber selbst wenn wir Studenten den ganzen Tag in der Uni sitzen, wenn draußen die Sonne scheint ist man besser gelaunt, als wenn es draußen regnet. Die Sonne macht die Welt zu einem besseren Ort. Keine lästige Jacke mit mir herumtragen, den Regenschirm daheim lassen können und stets die Sonnenbrille auf der Nase. Nach der Uni ein Eis essen gehen – gut, ich mag kein Eis, aber ich bin trotzdem eine gute Begleitung. Und sich in den Pausen in die Sonne setzen oder legen und ein bisschen entspannen.

Der Sommer, wie er wirklich ist

Der Wecker klingelt, ich stehe auf und habe absolut keine Lust aufzustehen. Im Zimmer ist es kalt, weil die Heizung schon ausgestellt ist, ich dachte ja, es sei Sommer. Ich könnte weinen. Unmotiviert stehe ich auf und überlege, was ich denn nun anziehen soll. Die Wetter-App hat ja gesagt, dass es heute noch gut werden könnte. Die Betonung liegt auf könnte. Ich mache all das, was am Morgen eben gemacht werden muss und als es Zeit ist zur Bahn zu gehen, da fehlt auf einmal eins: Der Regenschirm. Hmm. Egal, ist ja eigentlich Sommer. Heute wird es schon nicht regnen, denke ich mir. Unten vor der Haustür angekommen fängt es an zu schütten. Irgendwie freue ich mich dann sogar wenn ich endlich in der Uni bin. Der Sommer ist zurzeit ein bisschen wie ein ganz besonders lustiger April. Ganz früh morgens mal Sonne, dann auf einmal ist der Himmel total dunkel und so geht das immer hin und her. Und als Frau dann natürlich noch das Problem: Was zum Teufel ziehe ich da an? Für Sommerjacken zu kalt, für Winterjacken zu warm, aber die Übergangsjacken sind nicht regendicht. Der Sommer, wie er wirklich ist, bringt nur Probleme.

Alle Jahre wieder

Aber mal ehrlich, wir machen ja auch jedes Jahr den gleichen Fehler. Ein heißer Tag und alle schreien: Juhuu, der Sommer ist da. Wenn morgens in der Uni jemand schreien würde: Juhuu, Wiebke ist da, dann würde ich wahrscheinlich auch auf der Stelle kehrt machen und wieder verschwinden. Also vielleicht, wenn der Sommer dann wieder kommt, ruhig bleiben. Und den Sommer still genießen. Mit einem Lächeln am Morgen und guter Laune den ganzen Tag. Der Sommer übt gerade schon für seine Hauptrolle als Sommer. Aber gut Ding will eben Weile haben.

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