Carsharing im Enzkreis E-Autos sollen Region besser vernetzen

Viele Carsharer setzen mittlerweile auf E-Autos. Foto: dpa
Viele Carsharer setzen mittlerweile auf E-Autos. Foto: dpa

Das Landratsamt hat den Bürgermeistern ein Konzept zum Carsharing mit Elektrofahrzeugen vorgestellt.

Enzkreis - Die Fahrzeugdichte im Enzkreis ist sehr hoch. Autos stehen oft ungenutzt in der Garage und verursachen hohe Kosten, ist die Erfahrung im Landkreis. Nun hat das Landratsamt allen Bürgermeistern ein Konzept vorgestellt, in dem über das Potenzial von Carsharing mit Elektrofahrzeugen informiert wurde. Auch die Rathauschefs von Heimsheim, Wimsheim, Mönsheim und Friolzheim haben sich über das Thema schlau gemacht. Alle vier stehen dem Konzept offen gegenüber, zum Teil gibt es sogar schon konkrete Ideen zur Umsetzung.

Ergänzung zu Bus und Bahn

Das System funktioniert wie bei einem Mietwagen. Die Nutzung ist einfach: Über eine Smartphone-App kann das Fahrzeug reserviert, geöffnet und bezahlt werden. Dazu müssen lediglich Ladestationen für E-Carsharing an zentralen Standorten in der Gemeinde installiert und mit Ökostrom versorgt werden. Die Fahrer bezahlen nur für die Nutzung, brauchen sich aber um Wartung, Versicherung oder einen eigenen Stellplatz nicht zu kümmern – das übernimmt der Carsharing-Anbieter.

Vorgestellt wurden den Bürgermeistern unter anderem Konzepte, bei denen sich Verwaltung, örtlich ansässige Unternehmen und die Öffentlichkeit die Elektrofahrzeuge teilen. So könnten beispiels­weise Apotheken ihre Transportfahrten oder Ehrenamtliche ein Bürgertaxi mit dem „geteilten Auto“ erledigen. Das Ziel ist eine effizientere Nutzung von Fahrzeugen in einer Kommune, ein geringerer Verbrauch von Parkflächen, weniger Lärm und Emissionen und selbstverständlich eine verbesserte Mobilität – die Elektroautos als Ergänzung zu Bus und Bahn.

Die Bürgermeister der vier Altkreis-Kommunen zeigen sich allesamt inter­essiert am E-Carsharing-Konzept, sehen aber auch, dass das Projekt ohne eine ausreichende Vernetzung innerhalb des Enzkreises keine große Perspektive hat. „Ohne eine Vernetzung der Elektroautos zu Nachbargemeinden und einer vermutlich geringen ortsinternen Nutzung wird sich das Projekt für kleine Gemeinden nicht lohnen und in Schulden enden“, warnt Wimsheims Bürgermeister Mario Weisbrich.

Ähnlich betrachtet es Michael Seiß aus Friolzheim. „Wir müssen uns das erst ­genau anschauen, ob das für eine kleine ­Gemeinde wie uns auch passt.“ Schließlich dürfe es nicht passieren, dass die Gemeinde am Ende draufzahle, weil das Angebot nicht ausreichend genutzt wird. Denn die Ladestationen müssten die Kommunen selbst zur Verfügung stellen und die Autos    ihrerseits vom Anbieter mieten. Eine Schwierigkeit sieht Seiß auch darin, dass, anders als in großen Städten wie Stuttgart, es hier nicht möglich wäre, das Fahrzeug aus Friolzheim mitzunehmen und dann einfach in Wurmberg abzustellen. „Man müsste es schon wieder zurückbringen.“ Ansonsten stehen beide dem Thema aber sehr positiv gegenüber. Mario Weisbrich sieht darin eine Chance, den Enzkreis noch besser zu vernetzen und ist gespannt auf weitere Fortschritte und Besprechungen. In Friolzheim gibt es bereits eine Ladestation am Rathaus für Elektrofahrzeuge, für Wimsheim wird ebenfalls eine Ladestation in Erwägung gezogen.

E-Autos für Einkaufsfahrten

Jürgen Troll aus Heimsheim hat sich ­konkrete Gedanken zum E-Carsharing ­gemacht. Und zwar denkt er vorerst über zwei Fahrzeuge nach: einen Kleinwagen für die Stadtverwaltung und einen großen Neunsitzer für Einkaufsfahrten der ehrenamtlichen Arbeiter des Pflegeheims. In den Abendstunden, wenn die Autos ungenutzt wären, könnten Privatpersonen sie nutzen. Thomas Fritsch aus Mönsheim hat sich überlegt, zwei Autos an zwei verschiedenen Standorten abzustellen. Er will sich, wie ­alle anderen Bürgermeister im Enzkreis, in Absprache mit den Verantwortlichen im Landratsamt noch genauer über das ­Projekt informieren, das noch in den ­Anfängen steckt.




Unsere Empfehlung für Sie