CDU-Landesparteitag Die Rede von Susanne Eisenmann im Schnellcheck

CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann bei ihrer Rede auf dem digitalen CDU-Landesparteitag in Stuttgart Foto: AFP/MARIJAN MURAT
CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann bei ihrer Rede auf dem digitalen CDU-Landesparteitag in Stuttgart Foto: AFP/MARIJAN MURAT

Wie hat die CDU-Spitzenkandidatin, Kultusministerin Susanne Eisenmann, ihre Partei auf den Endspurt im Landtagswahlkampf eingeschworen? Hier eine schnelle Analyse.

Politik/Baden-Württemberg : Arnold Rieger (ari)

Stuttgart - Sieben Wochen vor der Landtagswahl läutet die Südwest-CDU mit einem Parteitag die heiße Wahlkampfphase ein. Einer der Höhepunkte: Die Rede von Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann. Ihr Publikum sitzt allerdings zu Hause, die Halle ist wegen Corona leer. Hier ihre Rede im Schnellcheck:

Rednerin

Susanne Eisenmann, 56, Kultusministerin

Rededauer

40:55 Minuten

Bester Satz

„Wir müssen uns auch selbst mögen. Wenn wir uns nicht selbst mögen, wer soll uns denn dann mögen?“

Konkretestes Versprechen

Susanne Eisenmann hangelt sich in ihrer Rede am Wahlprogramm der Südwest-CDU entlang. Darin hat die Digitalisierung einen hohen Stellenwert. Deshalb verspricht sie: „Wir wollen in der nächsten Legislaturperiode weitere 1,5 Milliarden Euro einsetzen für Glasfaser, für schnelles Internet.“

Wie redet sie über Winfried Kretschmann

Im Grunde gar nicht. Der CDU war von vornherein klar, dass es keinen Erfolg verspricht, den populären und beliebten Grünen-Regierungschef direkt anzugreifen. Deshalb teilt auch Eisenmann nur einen einzigen, versteckten Seitenhieb aus, als sie sagt: „Das nächste Jahrzehnt wird darüber entscheiden, ob Baden-Württemberg die Herausforderungen der Zukunft annimmt oder darüber nur auf hohem Niveau und sehr intensiv philosophiert.“ Das zielt auf Kretschmanns Vorliebe für griechische Philosophen der Antike.

Bissigster Angriff

Nicht der grüne Direkt-Konkurrent, sondern die Opposition bekam ihr Fett ab, als Eisenmann genüsslich schilderte, wie diese schon jetzt Pöstchen verteile und Ministerien zuschneide. Die CDU hingegen kämpfe für Inhalte. Das zielte zum Beispiel auf die Aussage von FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke, der in unserer Zeitung gesagt hat, er könne sich vorstellen ein Superministerium für Infrastruktur und Verkehr zu führen.

Hier hätte die Halle getobt

„Lassen wir uns bitte nicht einreden, dass jede Diskussion Wahlkampf ist und deshalb schlecht.“

Lustigste Stelle

Es gab so gut wie keine. Eisenmann versagte sich jeden Scherz, wirkte stellenweise auch angespannt. Erst anschließend im Gespräch mit den Moderatoren taute sie auf.

Letzter Satz

„Lasst uns kämpfen, es lohnt sich, es lohnt sich für Baden-Württemberg und seine Bürger.“

Geschätzte Applausdauer

„Das digitale Applausometer schlägt groß aus“, lautete die Auskunft des Moderators. Ablesbar war das jedoch nirgends.

Mutmachfaktor

Wahrscheinlich im Mittelfeld. Eisenmann sprach weniger das Herz als den Verstand der CDU-Basis an. Sie verstellte sich also nicht.

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