Champions League Lukaku verhindert Gladbacher Traumstart in die Königsklasse

Von dpa 

Borussia Mönchengladbach liefert bei Inter Mailand ein packendes Spiel. Rückstand, Ausgleich, Führung - und wieder Ausgleich. Den Traumstart in die Champions League verhindert Starstürmer Romelu Lukaku.

Doppeltorschütze Romelu Lukaku (r) rettete Inter Mailand einen Punkt gegen Borussia Mönchengladbach. Foto: Luca Bruno/AP/dpa Foto: dpa 5 Bilder
Doppeltorschütze Romelu Lukaku (r) rettete Inter Mailand einen Punkt gegen Borussia Mönchengladbach. Foto: Luca Bruno/AP/dpa

Mailand - Ausgepumpt und für den Moment enttäuscht trotteten die Gladbacher Profis vom Rasen des San Siro. Beim Comeback in der Champions League war die Borussia ganz nah dran am Überraschungssieg beim italienischen Vizemeister Inter Mailand.

Ramy Bensebaini (63.) und Jonas Hofmann (84.) trafen beim 2:2 (0:0) für die Mannschaft von Trainer Marco Rose, die kurz vor Schluss führte. Starstürmer Romelu Lukaku (49. und 90.) riss die Gäste aber aus allen Träumen. In der Gruppe B warten jetzt das Starensemble von Real Madrid sowie Schachtjor Donezk, das nach einem völlig überraschenden 3:2 in Madrid die Gruppe B anführt.

"In zwei, drei Stunden können wir mit dem Punkt leben, aber im Moment fühlt es sich nicht so gut an", sagte Nationalspieler Matthias Ginter beim Streamingdienst DAZN. "Wir haben gezeigt, dass wir mithalten können, auch wenn wir nicht alles perfekt gemacht haben." Sein Team habe "über das gesamte Spiel nicht so viel zugelassen". Torschütze Hofmann sagte angesichts des zweiten Lukaku-Treffers: "Das ist extrem bitter. Wir schaffen es nicht, diese Ecke zu verteidigen."

Rose stellte sein Team bei seiner Premiere in der Königsklasse offensiv auf. Zunächst war den Gladbachern der Respekt vor den großen Namen aber anzumerken. Vor Lukaku, mit dem es zumeist Nico Elvedi zu tun bekam, hatte Rose kurz vor dem Anpfiff noch einmal eindringlich gewarnt. Neben dem wuchtigen Belgier lauerte Alexis Sánchez, dahinter Christian Eriksen, der per Freistoß aus gut 35 Metern den ersten Warnschuss in die Arme von Gladbach-Torwart Yann Sommer abgab (13.).

Der Borussia fehlten in der ersten Halbzeit das Tempo und vor allem die Präzision in der gegnerischen Hälfte. Rose hatte hinter dem gerade Vater gewordenen Alassane Pléa eine Dreierkette aufgeboten. "Mutig", "eklig" und "frech" solle das Team auftreten, hatte Sportdirektor Max Eberl gesagt. Die Spiele gegen Real und Donezk werden nicht einfacher. Das Umschaltspiel funktionierte aber zu selten.

Die Gastgeber mussten kurzfristig auf den früheren Dortmunder Achraf Hakimi verzichten, der sich mit dem Coronavirus infiziert hat. Die Bekanntgabe des positiven Tests nur wenige Stunden vor dem Anpfiff hatte keine Auswirkungen auf den Ablauf im altehrwürdigen Stadio Giuseppe Meazza. 1000 Zuschauer sorgten dort für ein wenig Europapokal-Atmosphäre, die fast geschrienen Anweisungen von Mailand-Trainer Antonio Conte waren aber deutlich zu hören.

Angetrieben von Eriksen setzte Inter den Bundesligisten unter Druck. Lukakus Abschluss im Strafraum ging ganz knapp am Pfosten vorbei (41.). Davon abgesehen stand die Abwehr um Elvedi und Ginter in Tornähe lange bemerkenswert sicher. Eigene Offensivbemühungen, wie über Jonas Hofmann (33.) oder Marcus Thuram (44.), spielten die Gladbacher nicht konsequent zu Ende. Sie zeigten aber, dass die Inter-Verteidigung mit mehr Geschwindigkeit zu knacken wäre.

Conte brachte zur zweiten Halbzeit Torjäger Lautaro Martínez, der sich sofort perfekt einfügte. Der Argentinier leitete mit einem Kopfball das Führungstor durch Lukako ein, den die Gladbacher für einen Moment nicht bewachten. Danach wurde es für die Rose-Elf schwerer, offensiv ins Spiel zu finden - ehe Schiedsrichter Björn Kuipers nach Ansicht der Videobilder auf den Punkt zeigte. Der frühere Bayern-Profi Arturo Vidal hatte Thuram im Strafraum gefoult, Bensebaini verwandelte sicher.

Inter bestimmte im Anschluss das Spiel. Martínez traf den Pfosten (81.). Kontergelegenheiten ergaben sich für die Borussia nur selten - die eine wichtige nutzte Hofmann perfekt. Dann kam noch einmal Lukaku.

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