Chorvereinigung Feuerbach Mit Inbrunst und Sangesfreude

Von Georg Friedel 

Die Chorvereinigung Feuerbach existiert seit 1896 und ist einer der ältesten Vereine in Feuerbach. Entstanden ist er durch die Fusion mehrerer Gesangsvereine.

Rund 40 Frauen und Männer singen im Chor des Feuerbacher Gesangvereins. Foto: z
Rund 40 Frauen und Männer singen im Chor des Feuerbacher Gesangvereins. Foto: z

Stuttgart aktiv - Den Drang verspürt er seit Kindertagen: „Ich singe gern um des Singens willen“, sagt Kurt Steger. Als 17-Jähriger trat der heutige Vorsitzende der Chorvereinigung Feuerbach dem Verein bei. Seit er sich erinnern kann, war er bei den Chorkonzerten in der Festhalle dabei, erst als Zuhörer, später selbst als Teil des Chors. Er ist in die Familie der Chorvereinigung hineingewachsen. Sein kürzlich verstorbener Vater Franz Steger war viele Jahre Vorsitzender, beide Elternteile sangen seit 1956 im Chor mit.

Der große Moment

Es ist jedes Mal wieder ein besonderes Ereignis, wenn das Jahreskonzert des Stammchors ansteht. Wenn sich die adrett gekleideten Frauen und die Herren im schwarzen Anzug auf der großen Bühne der Festhalle in mehreren Reihen formieren und Dirigent Georg Schmitt vor seinen Chor tritt. Er hebt die Arme. Es ist der Moment, wo man eine Stecknadel fallen hört. „Die Konzerte der Chorvereinigung sind immer wieder kulturelle Höhepunkte im Leben unseres Stadtbezirkes. Müssten wir auf diese Beiträge verzichten, wären wir in Feuerbach kulturell alle ein Stückchen ärmer“, schrieb der frühere Bezirksvorsteher Helmut Wiedemann anlässlich des hundertjährigen Bestehens des Feuerbacher Gesangvereins im Jahr 1996. Er sitzt nach wie vor mit seiner Frau in der ersten Reihe und verpasst, wenn es möglich ist, keines der Konzerte.

Die Chöre sind faszinierende Gebilde. Sie werden gespeist aus reiner Laieninbrunst und purer Sangesfreude und stellen jedes Jahr praktisch ohne öffentliche Mittel ein Programm mit vielen Veranstaltungen auf die Beine. Steger hat sich in seinem Haus, ein kleines Büro eingerichtet. Von dort aus koordiniert und organisiert er die vielfältigen Aktivitäten des Vereins, alles ehrenamtlich.

Verein übernimmt auch soziale Aufgaben

Nebenbei übernimmt der Verein auch soziale Aufgaben, singt hin und wieder auch in Alten- oder Pflegeheimen. Ob beim Singen auf dem Weihnachtsmarkt, beim Aufstellen des Maibaums auf dem Wilhelm-Geiger-Platz oder bei anderen wichtigen Festveranstaltungen – die Chorvereinigung beteiligt sich und ist zur Stelle.

Entstanden ist der Verein durch die Fusion dreier Feuerbacher Gesangsvereine nach dem Krieg: Vorwärts Feuerbach, Geselligkeit Echo Feuerbach und Fortuna Feuerbach. Am 19. Juli 1945 fand der Zusammenschluss statt: „In der Gaststätte Hochhaus war die Gründungsversammlung“, berichtet Steger.

Projektchor musica varia feiert große Erfolge

Seit längerem versucht der Verein, neue Wege zu gehen. „Wir hängen nicht an alten Zöpfen. Tradition ist nicht das Bewahren der Asche, sondern das Schüren der Flamme.“ Deshalb entstand 2001 unter dem Dach der Chorvereinigung der Projektchor musica varia. Die Projekte sind jedes Mal frei ausgeschrieben, und es können auch Nichtvereinsmitglieder, die Freude am Gesang haben, mitmachen.

Seit einem Jahr leitet Christina Enders das Ensemble. Die Auftritte zogen zuletzt viele Zuhörer an. „Grandios war das Konzert im Tiefbunker zum 65. Jahrestag der Kapitulation“, sagt Steger. In den vergangenen Jahrzehnten hat der Verein zudem Freundschaften zu Chören aus Enschede und Schüttdorf aufgebaut: „Etwa alle zwei bis drei Jahre besuchen wir uns“, sagt er. Der nächste große Termin, der für den Stammchor ansteht, ist das Jahreskonzert „Glamourwelt Berlin – Ein Abend im Adlon“. Neue Sänger sind willkommen. „Uns fehlen vor allem noch Männerstimmen.“

Info Wer bei der Chorvereinigung mitsingen möchte, kann sich bei Kurt und Annerose Steger, Telefon 56 07 76, melden.

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