Audioaufnahmen von Nutzern Clubhouse und Datenschutz: 3 kritische Punkte

Bereits jetzt Nr.2 im App Store bei den sozialen Medien. Foto: Lukas Böhl
Bereits jetzt Nr.2 im App Store bei den sozialen Medien. Foto: Lukas Böhl

Die Social-Audio-App Clubhouse löst gerade einen regelrechten Hype in den sozialen Medien aus. Aber wie ist es um den Datenschutz bei der App bestellt?

Digital Unit: Lukas Böhl (lbö)
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Falls Sie noch nicht im Bilde über die App der Stunde sind, finden Sie alle wichtigen Informationen in unserem Ratgeber. Kurz gesagt: Clubhouse ist ein rein audiobasiertes soziales Netzwerk, das bislang nur über eine persönliche Einladung zugänglich ist. Was bei all dem Hype um die App jedoch schnell vergessen wird, ist, dass sie teils sehr persönliche Daten sammelt. Hier sind drei kritische Punkte aus der Datenschutzerklärung, die Ihnen bewusst sein sollten, bevor Sie die App nutzen:

1. Mitschnitte von Gesprächen

Da die App rein audiobasiert ist und die Interaktionen zwischen den Nutzern in Gesprächsrunden stattfinden, muss Clubhouse sicherstellen, dass dort nicht gegen die Nutzerrichtlinien verstoßen wird. Dazu werden die Gespräche aufgezeichnet, während ein Chat stattfindet. Sollte innerhalb eines Gesprächs ein Richtlinienverstoß gemeldet werden, wird die Aufzeichnung gespeichert, um dem Fall nachzugehen. Andernfalls wird die Aufnahme laut der Datenschutzerklärung direkt wieder gelöscht. Auch stummgeschaltete Sprecher oder Zuhörer werden nicht aufgenommen, heißt es weiter. Nichtsdestotrotz: Wenn Sie aktiv an einer Gesprächsrunde teilnehmen, wird Ihre Rede zumindest temporär aufgezeichnet.

2. Kontaktlisten werden geteilt

Da die App im Moment nur über eine Einladung eines bereits registrierten Mitglieds zugänglich ist, senden viele Nutzer ohne Weiteres Einladungen an Ihre Freunde. Dadurch teilen Sie allerdings Ihre gesamte Kontaktliste und geben nicht nur Informationen über sich selbst preis, sondern leiten auch die Telefonnummern von Freunden, Bekannten oder Geschäftskontakten an Clubhouse weiter. Auch wenn Sie selbst vielleicht kein Problem damit haben, Ihre Daten weiterzugeben, behalten Sie im Hinterkopf, dass Ihre Kontakte anders darüber denken könnten, wer Ihre Telefonnummer erhält.

3. Server stehen in den USA

Clubhouse ist erst seit März 2020 auf dem Markt und wird bislang noch auf Servern in den USA betrieben. Eine europäische Tochterfirma gibt es bislang nicht. Das heißt, Sie stimmen gemäß Punkt 10 „International Users“ der Datenschutzerklärung zu, dass Ihre persönlichen Daten an die Server des Unternehmens und der Technologiepartner in den USA gesendet werden. Sie genießen damit also nicht den Schutz der europäischen Datenschutzgrundverordnung.

Weitere Daten: Neben diesen drei kritischen Punkten erstreckt sich die Datensammlung über die mittlerweile üblichen Bereiche, die wir von vergleichbaren Services wie Facebook und Co kennen. Darunter fallen zum Beispiel Ihr Standort, persönliches Nutzerverhalten oder auch Informationen zu den Geräten, auf denen Sie die App installiert haben.

Die Datenschutzerklärung selbst durchlesen

Falls Sie sich selbst mit der Datenschutzerklärung von Clubhouse vertraut machen wollen, folgen Sie diesem Link. Da der Text allerdings bislang nur in Englisch verfügbar ist, empfiehlt es sich, ihn bei Verständnisproblemen in ein Übersetzungstool einzugeben.

Lesen Sie jetzt weiter: Erfahrungsbericht zu Clubhouse

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