Commerzbank Hans-Jörg Vetter zum Aufsichtsratsratschef gewählt

Von red/dpa 

Hans-Jörg Vetter, der frühere Vorstandschef der Landesbank Baden-Württemberg, leitet künftig den Aufsichtsrat der Commerzbank. Das teilte die Commerzbank in Frankfurt am Montag mit.

Hans-Jörg Vetter leitet in Zukunft den Aufsichtsrat der Commerzbank. (Archivbild) Foto: dpa/Christoph Schmidt
Hans-Jörg Vetter leitet in Zukunft den Aufsichtsrat der Commerzbank. (Archivbild) Foto: dpa/Christoph Schmidt

Frankfurt/Main - Der frühere Vorstandschef der Landesbank Baden-Württemberg, Hans-Jörg Vetter, leitet künftig den Aufsichtsrat der Commerzbank. Das Kontrollgremium wählte Vetter am Montag bei seiner Sitzung zu seinem Vorsitzenden, wie die Commerzbank in Frankfurt mitteilte. Der Präsidial- und Nominierungsausschuss hatte zuvor dem Aufsichtsrat empfohlen, dem zuständigen Gericht die Bestellung von Vetter als neues Aufsichtsratsmitglied vorzuschlagen. Die Bank hatte am Nachmittag mitgeteilt, er sei auch Kandidat für die Wahl des Aufsichtsratsvorsitzenden.

Bei der Commerzbank war Anfang Juli ein Führungsvakuum entstanden, da Aufsichtsratschef Stefan Schmittmann und Konzernchef Martin Zielke nach Kritik von Investoren ihren Rücktritt angekündigt hatten. Der Finanzinvestor Cerberus hatte öffentlich harsche Kritik geübt.

2016 fiel die Wahl auf Schmittmann

Vetter war von 2009 bis 2016 Chef der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und schon einmal im Gespräch für die Aufsichtsratsspitze der Commerzbank. 2016 fiel die Wahl aber auf Schmittmann, der am Montag abtrat. Vetter hat viel Restrukturierungserfahrung bei der LBBW gesammelt, die in der Finanzkrise ab 2007 in Schieflage geraten war. Zudem sanierte er die frühere Bankgesellschaft Berlin, die sich mit Immobilienengagements verhoben hatte. Cerberus hatte noch vor der Aufsichtsratssitzung Widerstand gegen Vetter geleistet.

Den Vertrag mit Zielke wird die Bank spätestens zum 31. Dezember 2020 vorzeitig auflösen. Die Führungskrise trifft die Commerzbank mitten in der Debatte um eine neue Strategie. Auf dem Tisch liegen nun dem Vernehmen nach Pläne, Stellenabbau und Filialschließungen deutlich zu verschärfen, um den MDax-Konzern profitabler zu machen.

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