Cori Gauff 15-jähriges Tennis-Wunderkind hält Wimbledon in Atem

Von red/sid 

Das Denkmal Venus Williams vom Platz gefegt, die Massen begeistert: Die 15-jährige Cori Gauff stand beim Wimbledon-Auftakt im Zentrum des Interesses. Es dürfte nur ein Vorgeschmack gewesen sein.

Die 15-jährige Cori Gauff sorgt in Wimbledon für Aufsehen. Foto: AFP
Die 15-jährige Cori Gauff sorgt in Wimbledon für Aufsehen. Foto: AFP

London - Der Kosmos von Cori Gauff hat bereits die größtmögliche Dimension erreicht. Das 15 Jahre alte Tennis-Wunderkind trainiert regelmäßig beim Coach von Serena Williams, die Agentur von Roger Federer vermarktet sie, sie nennt neben den Williams-Schwestern die Popstars Beyonce und Rihanna als ihre Vorbilder - und natürlich will sie „die beste Spielerin aller Zeiten“ werden. 

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Doch nach dem wohl nur vorläufig größten Erfolg ihrer Karriere hatte das Mega-Talent am Montag in Wimbledon einen ziemlich altersgerechten Moment. „Es ist das erste Mal, dass ich weine nach einem Match, das ich gewonnen habe“, sagte der US-Teenie nach dem 6:4, 6:4 gegen die 24 Jahre ältere Venus Williams in der ersten Runde. 

Fünf Wimbledon-Titel, 41 Millionen Dollar Preisgeld und 269 Weltranglistenplätze trennen die beiden. Nicht wenige jedoch glauben, dass die Abstände schon bald sehr viel kleiner sein werden. „Sie ist eine aufregende junge Spielerin. Und sie ist so cool, ein tolles Mädchen“, sagte Venus Williams’ noch erfolgreichere Schwester Serena (37): „Das ist ein großartiger Moment für sie.“ 

Williams-Schwestern als Inspiration

Die zusammen mit 30 Grand-Slam-Titeln im Einzel dekorierten Williams-Schwestern wiederum sind die Inspiration für Cori Gauff, die von allen „Coco“ genannt wird. Ihr Vater Corey, der auch ihr Trainer ist, erklärte der Times: „Bis sie kamen, war nicht viel Farbe im Sport. Besonders in unserem Land haben afro-amerikanische Mädchen kein Tennis gespielt.“

Als Coco sieben Jahre alt war, zog die Familie wegen der besseren Trainingsbedingungen von Atlanta nach Delray Beach in Florida. Seitdem bestimmt Tennis ihr Leben - obwohl sie bis vor zwei Jahren auch noch Basketball und Leichtathletik betrieb.

„Um sieben Uhr stehe ich auf, frühstücke, spiele Tennis, mache meine Schulsachen. Ich werde online unterrichtet. Nachmittags nochmal Training“, sagte sie im März der Zeitung Die Welt. In Wimbledon schrieb sie noch während der Qualifikation eine Online-Klausur. Note: 2. Für ihr Erstrundenmatch gegen Venus Williams gab sie sich selbst dagegen scherzhaft eine „glatte 1“.

Das „next big thing“ im Damentennis

Gauff gilt als das „next big thing“ im Damentennis. Obwohl nur die Nummer 313 der Welt, war sie in den Tagen vor ihrem ersten Grand-Slam-Auftritt schon beim Training ein Zuschauermagnet. Die Tenniswelt steht ihr dank ihrer Physis offen. „Ich schlage den Ball sehr hart. Aber bei meinen Anlagen liegt das auf der Hand“, analysiert sie selbst: „Ich bin mit 1,79 Metern ziemlich groß, habe lange Beine, lange Arme und dicke Muskeln.“

Damit scheuchte sie Venus Williams über den fast vollbesetzten Court Nr. 1 und beeindruckte auch Ikone Billie Jean King, die via Twitter „zwei Generationen von Extraklasse“ würdigte und Gauff zu einem „atemberaubenden Sieg“ gratulierte. Der dreimalige Wimbledonsieger John McEnroe sagte: „Wenn sie mit 20 Jahren nicht die Nummer eins der Welt ist, werde ich absolut schockiert sein.“

Wie reif sie als 15-Jährige schon ist, wird sich bald zeigen. Nach ihrem Ausrufezeichen vom Montag ist sie in der zweiten Runde gegen die Slowakin Magdalena Rybarikova keine Außenseiterin mehr. Nicht nur McEnroe und King werden ganz genau hinschauen.