Corona-Sommer in Stuttgart Diese Freibäder sind geöffnet – und diese (noch) nicht

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Die Corona-Vorgaben machen es Freibädern schwer. Manche können gar nicht öffnen, in denen, die aufmachen, gibt es strenge Regeln. Eine Übersicht.

Dieser Freibadsommer wird ganz schön anders – der Coronavirus ist Schuld. Welche Freibäder in Stuttgart geöffnet sind, sehen Sie in unserer Bildergalerie. Foto: Lichtgut//Leif Piechowski 7 Bilder
Dieser Freibadsommer wird ganz schön anders – der Coronavirus ist Schuld. Welche Freibäder in Stuttgart geöffnet sind, sehen Sie in unserer Bildergalerie. Foto: Lichtgut//Leif Piechowski

Stuttgart - Blauer Himmel, Sonnenschein, 26 Grad – bestes Badewetter. Wer sich bisher nicht mit den Corona-Öffnungszeiten der Stuttgarter Freibäder beschäftigt hat, wird es diese Woche spätestens tun. „Wenn ich in den Online-Ticketshop schaue, sind für die kommenden Tage viele Zeitfenster schon ausgebucht“, sagt Jens Böhm, der Sprecher des städtischen Bäderbetriebs. „Bei diesem schönen Wetter ist die Nachfrage extrem groß. Da erreichen die Freibäder rasch ihre Kapazitätsgrenzen.“ Schließlich darf nur eine gewisse Anzahl von Badegästen ins Bad.

Vor dem Sprung ins kühle Nass steht in Coronazeiten eine gewisse Vorbereitung: Wie haben die Bäder geöffnet? Und welche besonderen Regeln gibt es, um den Vorgaben zur Eindämmung des Coronavirus gerecht zu werden?

Städtische Bäder: Freibad Möhringen, Freibad Rosental, Freibad Sillenbuch, Höhenfreibad Killesberg, Inselbad Untertürkheim

Öffnungszeiten: In allen städtischen Freibädern ist die Regelung einheitlich: Geschwommen wird in zwei Zeitfenstern. Eines vormittags von 7 bis 12 Uhr, das zweite nachmittags und abends von 15.30 Uhr bis 20.30 Uhr. Am Wochenende beginnt das erste Zeitfenster um 9 Uhr, dauert dafür aber bis 14 Uhr. Eine halbe Stunde vor Ablauf der Zeitfenster ist Badeschluss. Das gibt den Freibad-Mitarbeitern Zeit, die Bäder gründlich zu reinigen und zu desinfizieren.

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Ticketverkauf: Eintrittskarten gibt es nicht am Kassenhäuschen, sondern nur im Internet: Der städtische Bäderbetrieb hat dafür einen E-Ticket-Onlineshop eingerichtet. So können die Bäderbetriebe nicht nur die Zugangszahlen begrenzen, sie haben durch die Registrierung auch die Kontaktadressen der Freibadbesucher, die sie laut Corona-Verordnung erheben müssen.

Vom 25. Juni an können sich Badegäste, die keinen Internetzugang haben, im Erdgeschoss der Zentralen Bäderverwaltung in der Breitscheidstraße online für einen Freibadbesuch registrieren zu lassen (Montag bis Freitag, zwischen 8 und 16 Uhr). „Dies ist aber wirklich nur für die Leute gedacht, die keine Möglichkeit haben, eine Karte im Internet zu kaufen“, betont der Sprecher des städtischen Bäderbetriebs.

Dauerkarten gelten in diesem Sommer nicht: Wer bereits eine gekauft hat, kann sie zurückgeben und sich den Kaufpreis erstatten lassen.

Eintrittspreise: Wegen der Einschränkungen gilt in allen städtischen Freibädern der günstigere Abendtarif: Für 3,30 Euro (ermäßigt 1,90 Euro) ist der Sprung ins kühle Nass zu haben.

Umkleiden, Toiletten, Duschen: Wenn die geltenden Abstandsbedingungen eingehalten werden, können die Umkleiden, Toiletten und Duschen genutzt werden.

Abstandsregeln: Die Stuttgarter Bäderbetriebe versuchen, ihren Gästen das Abstandhalten mit bestimmten Kniffen leichter zu machen: So gibt es in den Schwimmerbecken einen „Einbahnstraßen-Kreisverkehr“, wie Böhm das nennt. Es gibt Leitern für den Ein- und andere für den Ausstieg. „So kommen sich die Schwimmer nicht in die Quere.“ Auf den Toiletten ist jede zweite abgesperrt, jede zweite Dusche ist abgestellt. Eine Mundschutzpflicht gilt in den Freibädern nicht.

Kiosks: Die städtischen Bäderbetriebe stellen es ihren Pächtern frei, ob sie ihre Kiosks aufmachen wollen oder nicht. „Es kann natürlich sein, dass an einem Regentag mit wenig Besuchern der Pächter selbst beschließt, dass er seinen Kiosk heute zu lässt“, so Böhm.

Besondere Attraktionen: Wasserrutschen und Sprungbretter sind vor allem bei den Kindern und Jugendlichen besonders beliebt. Sie müssen in den städtischen Freibädern allerdings vorerst geschlossen bleiben – zu schwierig, die Abstandsregeln zu kontrollieren, sagt der Sprecher der Stuttgarter Bäder: „Das können wir personell nicht stemmen.“ Aus dem selben Grund sind auch Beachvolleyballfelder und andere Sportplätze in den Freibädern abgesperrt. Die Spielplätze sind aber offen.

Hier geht es zu den FAQs der Bäderbetriebe Stuttgart

Bädle in Zuffenhausen

Öffnungszeiten: Seit dem 15. Juni darf das Zuffenhäuser Bädle auch für Nicht-Vereinsmitglieder wieder öffnen. Während die Mitglieder schon morgens ab 5.30 Uhr schwimmen dürfen, sind sonstige Schwimmbadbesucher zwischen 12 und 18.45 Uhr zugelassen. Bei maximal 910 Badegästen ist Einlassschluss.

Einlass: Wer im Bädle schwimmen gehen will, muss ein Formular mit seinen Kontaktdaten ausfüllen. Dieses sollte man möglichst schon zu Hause ausdrucken und ausgefüllt mitbringen.

Eintrittspreise: Erwachsene zahlen 4,50 Euro, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren 2,70 Euro. Der Abendtarif (ab 17 Uhr) beträgt 3,50 Euro und 2 Euro für Unter-18-Jährige.

Umkleiden und Toiletten: Die Umkleiden und Toiletten sind geöffnet. „Wir haben Abstandsmarkierungen angebracht, die die Badegäste beachten müssen“, sagt SSV-Geschäftsführer Sven Metzler.

Spielplatz, Beachvolleyballfeld, Fußballplätze: Der Spielplatz, das Beachvolleyballfeld und die Fußballplätze sind frei zugänglich – auch hier gelten die Abstandsregeln.

Hier kann man das Kontaktdatenformular herunterladen

Die Mineralbäder: Leuze, Mineralbad Cannstatt und Berg

Die Stuttgarter Bäderbetriebe haben sich dazu entschlossen, nicht alle Bäder auf einmal zu öffnen. Nachdem in einem ersten Schritt die Freibäder wieder Gäste empfangen dürfen, laufen jetzt die Planungen für die Mineralbäder. „Einen festen Termin, wann unsere Mineralbäder wieder öffnen, gibt es noch nicht“, sagt der Sprecher der Stuttgarter Bäder Böhm. „Es kann aber durchaus sein, dass wir zum Monatswechsel einen Termin verkünden können.“

Erst einmal nichts mit dem Schwimmbetrieb wird es im Bad Berg, denn dort sind die Sanierungsarbeiten noch nicht vollständig abgeschlossen. Dafür aber im Leuze. „Alle Bäder gleichzeitig zu öffnen ist unmöglich im Moment“, sagt Böhm. Momentan seien alle Mitarbeiter in den Freibädern beschäftigt, Saison-Personal gibt es in diesem Sommer nicht. „Es kommt darauf an, wie viele Mitarbeiter wir abziehen können.“

MTV-Freibad in Botnang

Das Freibad des MTV Stuttgart hat zwar geöffnet – aber nur für Vereinsmitglieder. Diese können sich fürs „Einbahnstraßen-Bahnenschwimmen“ anmelden, sagte MTV-Geschäftsführer Karsten Ewald. Drei Personen pro Bahn könne man einlassen.

Bislang gebe es keine konkreten Pläne, das Freibad auch für Nicht-Mitglieder zu öffnen. „Wir warten ab, aber unser Bad ist klein. Wir haben viele eigene Abteilungen, die das Becken nutzen wollen.“ Unter den aktuellen Vorgaben sieht Ewald wenig Chancen, dass das MTV-Freibad diesen Sommer für die Öffentlichkeit öffnen könnte.

ASV-Freibad in Botnang

Das kleine, aber familiäre Freibad des ASV Botnang bleibt diese Saison zu. Dazu habe man sich „schweren Herzens“ entschlossen, sagte der ASV-Vorsitzende Martin Brodbeck. „Wir werden in dieser Saison das Freibad nicht aufmachen – es sei denn, die Corona-Bestimmungen würden noch stark gelockert werden.“Der Aufwand, den die Regeln zur Eindämmung des neuen Coronavirus an die Freibad-Betreiber stelle, sei zu groß: „Das können wir nicht leisten“, so Brodbeck.

Die meisten der Freibad-Mitarbeiter seien Ehrenamtliche, „einige gehören auch zur Covid-19-Risikogruppe.“ Emotional war es keine einfache Entscheidung, die Freibadsaison für dieses Jahr ad acta zu legen, sagt Brodbeck: „Wir haben lange mit uns gerungen und es war schließlich eine sehr knappe Entscheidung.“




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