Coronavirus in Baden-Württemberg Kretschmann: Schulschließungen nur, wenn nichts anderes mehr geht

Schulschließungen soll es nur im absoluten Notfall geben. Foto: dpa/Jens Büttner
Schulschließungen soll es nur im absoluten Notfall geben. Foto: dpa/Jens Büttner

Das Land Baden-Württemberg will trotz der verschärften Corona-Lage die Schulen weiter geöffnet lassen. Sollte die Inzidenzen jedoch zu sehr steigen, könnte sich das ändern.

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Stuttgart - Trotz der verschärften Corona-Lage will das Land die Schulen so lange es geht geöffnet lassen. Schulen würden erst geschlossen, „wenn gar nichts anderes mehr geht, bei Inzidenzen wie wir sie in Sachsen haben, bei etwa 2000“, sagte der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Samstag am Rande des Grünen-Landesparteitags in Heidenheim. Derzeit liegt die landesweite Inzidenz bei 525,3 (Stand Freitag, 16.00 Uhr). Zwei Kommunen liegen laut Landesgesundheitsamt nur knapp unter der Inzidenz-Marke von 1000: der Schwarzwald-Baar-Kreis (975,7) und der Landkreis Tuttlingen (987,4).

Auch Brockmann zuversichtlich

Auch der Chef-Epidemiologe des Landesgesundheitsamts, Stefan Brockmann, geht davon aus, dass die Schulen im Südwesten ohne Lockdown und Verschärfung der Quarantänemaßnahmen durch die Weihnachtszeit und die Ferien kommen werden. „Es wäre falsch zu sagen, dass mit den Kindern und Jugendlichen die vierte Coronawelle steht oder fällt“, sagte Brockmann unserer Redaktion. Er glaube nicht, dass Schulschließungen das Zünglein an der Waage werden. Er erwarte, dass die Schulen im Südwesten regulär in die Weihnachtsferien gehen und mit dem Unterricht im neuen Jahr starten können, sagte Brockmann.

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In der Debatte über Verbote und Einschränkungen hatten zuletzt die Lehrkräfte der baden-württembergischen Gymnasien gefordert, auch Schulschließungen nicht mehr auszuschließen. „Jede Überlegung zur Sicherung des Schulbetriebs muss jetzt auf den Tisch“, hatte der Landesvorsitzende des Philologenverbands Baden-Württemberg (PhV BW), Ralf Scholl, gesagt. „Auch Schulschließungen dürfen angesichts der Corona-Infektionslage kein Tabu mehr sein.“ Der Verband vertritt nach eigenen Angaben rund 9000 Gymnasiallehrerinnen und -lehrer in Baden-Württemberg.

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