Coronavirus in Baden-Württemberg Marburger Bund kritisiert Impfstrategie der Landesregierung

Die Ärztegewerkschaft verlangt Impfungen in den Kliniken für Mitarbeiter der Krankenhäuser und nicht nur in den Impfzentren. (Symbolbild) Foto: Lichtgut/Max Kovalenko/Lichtgut/Max Kovalenko
Die Ärztegewerkschaft verlangt Impfungen in den Kliniken für Mitarbeiter der Krankenhäuser und nicht nur in den Impfzentren. (Symbolbild) Foto: Lichtgut/Max Kovalenko/Lichtgut/Max Kovalenko

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund Baden-Württemberg fordert, dass nur Personen mit negativem Corona-Test eine Klinik betreten sollten. Außerdem verlangt sie einen anderen Fokus bei den Impfungen.

Kirchheim/Teck - Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund Baden-Württemberg fordert strengere Vorgaben für den Zugang zu Krankenhäusern und Impfungen für die Mitarbeiter vor Ort. „Das Sozialministerium hat letzte Woche mitgeteilt, dass aufgrund der Knappheit des Impfstoffes eine Impfung des medizinischen Personals in den Klinken vorerst nicht möglich sei, sondern nur in den Impfzentren durchgeführt werden kann“, berichtete der 1. Landesvorsitzende Frank Reuther am Dienstag.

„Bei allem Verständnis fragen wir uns schon, warum es in anderen Bundesländern, wie zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen möglich ist, in den Kliniken zu impfen und warum das in Baden-Württemberg nicht klappt, zumal Baden-Württemberg bei der Impfquote im Ländervergleich immer noch Schlusslicht ist.“

Zugang zu Kliniken ohne Corona-Test möglich

In manchen Kommunen müsse das medizinische Personal Termine über die allgemeine Hotline vereinbaren, erklärte der Landeschef weiter. Das dauere mitunter sehr lange. Andernorts vereinbarten die Kliniken zentral Termine mit den Impfzentren für ihre Mitarbeiter. „Es kann nicht sein, dass es keine einheitliche Vorgehensweise beim Impfen des medizinischen Personal im Land gibt. Dieses Durcheinander ist nicht akzeptabel.“ Das medizinische Personal müsse schnell und unkompliziert in den Kliniken geimpft werden, forderte der Landesverband mit Sitz in Kirchheim unter Teck (Landkreis Esslingen).

 

Ein weiteres Problem sei die gelockerte Corona-Verordnung des Landes, nach der nicht mehr zwingend ein negativer Corona-Test zum Betreten einer Klinik vorgelegt werden müsse. „Es kann nicht sein, dass wir über allgemeine Verschärfungen der Corona-Maßnahmen diskutieren und bei den Kliniken in der gleichen Zeit lockern“, kritisierte die 2. Landesvorsitzende Sylvia Ottmüller. Gerade in Kliniken hielten sich viele Risikogruppen wie Krebspatienten auf. Diese müssten geschützt werden. „Wir fordern das Land auf, hier umgehend nachzusteuern und die ursprüngliche Regelung wieder in Kraft zu setzen.“

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