Coronavirus in Europa Boris Johnson will mit EU über Impfstoff-Lieferungen sprechen

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson (Archivbild) Foto: dpa/Tolga Akmen
Großbritanniens Premierminister Boris Johnson (Archivbild) Foto: dpa/Tolga Akmen

Die EU droht Großbritannien damit den Export von Astrazeneca-Impfstoff aus den Niederlanden in das Vereinigte Königreich zu untersagen. Premierminister Boris Johnson will den Streit beilegen.

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London - Im Streit um einen möglichen Exportstopp der EU gegen Corona-Impfstoffe für Großbritannien sucht Premierminister Boris Johnson das Gespräch. Johnson wolle noch vor dem EU-Gipfel diese Woche bei Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron dafür werben, die Ausfuhr nicht zu blockieren, berichtete die BBC am Montag.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte am Wochenende vor allem dem britisch-schwedischen Hersteller Astrazeneca damit gedroht, Exporte zu verbieten. Dabei könnte es um Astrazeneca-Impfstoff gehen, der in den Niederlanden produziert wird.

Großbritannien braucht mehr Impfstoff

Aus EU-Kreisen hieß es am Montag, die britische Regierung habe bei ihrer Impfstrategie auf volles Risiko gesetzt. Sie habe alle verfügbaren Mengen sofort genutzt und nichts für die nötige Zweitimpfung zurückgehalten. Nun sollten mögliche Engpässe aus der Produktion in der EU gedeckt werden, aus der ohnehin bereits mindestens 18 Millionen Impfdosen nach Großbritannien gegangen seien - zehn Millionen seit Einführung von Exportkontrollen am 1. Februar und der Rest davor.

Solange Astrazeneca die EU-Verträge nicht erfülle, sei die Neigung begrenzt, auf eigene Ansprüche zugunsten Großbritanniens zu verzichten, hieß es weiter. Die Gefahr, Großbritannien könnte dann Zutaten für die Impfstoffproduktion in der EU zurückhalten, sei klein. Denn die EU liefere auch Rohstoffe für die Produktion in Großbritannien. „Das geht in beide Richtungen“, hieß es.

Die britische Gesundheits-Staatssekretärin Helen Whately sagte dem Sender BBC Radio 4: „Wir erwarten, dass die Europäische Union sich an ihre Verpflichtungen hält. Und ich bin mir sicher, dass der Premierminister mit seinen Kollegen in Kontakt sein wird.“ Wichtig sei, dass alle Länder mit ihren Impfungen vorankämen.




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