Coronavirus Schüler zu Hause, Gottesdienste abgesagt: Was ist in Waldenbuch los?

Eine Lehrerin an der Oskar-Schwenk-Schule ist positiv auf das Virus getestet worden. Foto: dpa/Daniel Bockwoldt
Eine Lehrerin an der Oskar-Schwenk-Schule ist positiv auf das Virus getestet worden. Foto: dpa/Daniel Bockwoldt

Zwei Corona-Nachrichten aus Waldenbuch nacheinander: Die Ordnungsamtsleiterin Katharina Jacob erklärt, wie sie die Lage aktuell in der Stadt einschätzt und was sie wichtig findet.

Filderzeitung: Judith A. Sägesser (ana)

Waldenbuch - Es waren zwei Corona-Nachrichten aus Waldenbuch, die dicht aufeinander folgten. Zunächst wurden zwei Gottesdienste vorsorglich abgesagt, sie wären am 8. November gewesen, eine Pfarrerin hatte wohl Kontakt zu einer infizierten Person. Tags drauf die Meldung, dass eine Lehrerin der Oskar-Schwenk-Schule positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Sie hatte am 3. beziehungsweise 4. November zuletzt unterrichtet. Etwa 130 Kinder, zwei Lehrer und vier Mitarbeiter der Ganztagesbetreuung begaben sich in freiwillige Quarantäne. Drei Klassen bleiben vorerst geschlossen.

Deuten die abgesagten Gottesdienste und die Maßnahmen an der Oskar-Schwenk-Schule darauf hin, dass sich in Waldenbuch die Corona-Lage zuspitzt? Aus Sicht von Katharina Jacob, der Ordnungsamtsleiterin in Waldenbuch, ist dies nicht der Fall. In der Kommune gebe es aktuell (Stand 11. November) 14 infizierte Personen, 61 Genesene sowie einen Todesfall im Zusammenhang mit dem Virus, sagt Jacob. An der Schule habe es ihres Wissens nach auch nur diesen einen positiven Test gegeben. Aus Sicherheitsgründen bleibe ein Teil der Kinder nun eben zunächst zu Hause.

Dashboard des Landkreises funktioniert nicht

Ob Waldenbuch im Vergleich zu anderen Gemeinden im Landkreis Böblingen gut oder schlecht dasteht, was die Infektionszahlen angeht, kann Jacob nicht sagen. Denn das öffentliche Online-Dashboard des Landkreises zeigt aktuell nicht die richtigen Zahlen an. Der Grund: Im Gesundheitsamt arbeitet man an der Umstellung einer wichtigen Software. Es handelt sich um das Programm zur Erfassung aller Corona-Daten und zur Weiterleitung an alle Stellen, die mit den Daten arbeiten müssen. Das sind insbesondere die Ortspolizeibehörden, welche die Isolation anordnen, und das Landesgesundheitsamt. Eine Folge ist, dass gerade auf dem Dashboard des Landkreises nur die Corona-Gesamtzahlen ablesbar sind; die Zahlen für die einzelnen 26 Städte und Gemeinden werden nicht abgebildet.

Die Zahlen seien zwar wichtig, sagt Jacob, aber sie findet etwas anderes noch dringlicher: die Kontakte nachzuverfolgen. Um die Untersuchungen an der Oskar-Schwenk-Schule kümmere sich das Gesundheitsamt des Landratkreises Böblingen, sagt Katharina Jacob. Die Stadt habe allerdings die Kontaktnachverfolgung bei Privatpersonen und in Flüchtlingsunterkünften zum 3. November hin übernommen. Die Ordnungsämter würden damit die inzwischen stark überlasteten Gesundheitsämter der Kreise unterstützen.




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