Coronavirus und Olympische Spiele Frank Stäbler bleibt sein eigener Herr

Von Dominik Igneé 

Der Ringer Frank Stäbler gehört zu den aussichtsreichsten Medaillen-Aspiranten aus der Region Stuttgart. Aber jetzt stellt sich die Frage: Wie bereitet er sich angesichts der Corona-Krise auf die Olympischen Spiele in Tokio vor?

Weiterhin im Training, voll im Saft: Ringer Frank Stäbler Foto: Baumann
Weiterhin im Training, voll im Saft: Ringer Frank Stäbler Foto: Baumann

Stuttgart - Frank Stäbler musste sich wegen des Musberger Ringerstreits bei seinen Eltern in ehemals landwirtschaftlich genutzten Räumen sein eigenes Trainingszentrum errichten – und das erweist sich in diesen schwierigen Tagen als „Glück“, wie er sagt. Stäbler ist seither sein eigener Herr und kann weitertrainieren für seinen großen Traum, bei den Olympischen Spielen in Tokio eine Medaille zu holen.

Sparringspartner ziehen mit

„Natürlich habe ich in meinem Trainingszentrum das Programm runtergefahren“, sagt Stäbler im Hinblick auf die personelle Besetzung. Doch drei seiner Sparringspartner wie auch die wichtigsten Trainer stünden ihm nach wie vor zur Verfügung. Sie alle sind zu Hause und passen dort gut auf sich auf. Somit ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass keiner sich mit dem Coronavirus infiziert und die Aufrechterhaltung des Trainingsbetriebs gefährdet. „Ich habe mir da also meine eigene Quarantäne aufgebaut“, sagt der dreimalige Weltmeister, der sein kleines Ringer-Refugium für ein Privileg hält.

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Da er in dieser vorolympischen Phase zu 80 Prozent Grundlagentraining absolviert und deshalb über Felder joggt oder auf dem Rad sitzt, ist Stäblers Training auch gar nicht eingeschränkt. Mit den verbliebenen Leuten, die er um sich schart, redet er indes viel über die Ausnahmesituation – stets im Bemühen, das Richtige zu tun und zu lassen.

„Ich habe keine Angst“

Verrückt aber machen sich Stäbler und seine Leute nicht. „Ich habe keine Angst, denn ich bin ein gesunder junger Mensch“, sagt der Musberger Ringer – auch unter Berufung auf eine Aussage seines Arztes. Vor allem denkt er nicht daran, jetzt seine olympischen Träume platzen zu lassen, denn dafür gibt es seiner Ansicht nach noch keinen Grund. „Ich gehe davon aus, dass die Spiele stattfinden“, meint Stäbler, schließlich liege der Termin ja noch in weiter Ferne. Also könnten sich die Verantwortlichen vom IOC mit einer Entscheidung noch Zeit und sie so lange wie möglich offen lassen.

Wenn aber Olympia wie auch die Fußball-Europameisterschaft erst im Jahr 2021 stattfindet? In diesem Fall wird Frank Stäbler weitermachen, auch wenn er im Sommer seine Karriere eigentlich beenden wollte. „Dann wird meine Laufbahn eben verlängert. Ich kann doch nicht ohne Olympiamedaille abtreten“, sagt der 30-Jährige – und lacht.

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