Coronavirus Wie sich Corona auf Wohnheime an Unis auswirkt

Von Michael Werner 

Erwarten die Universitäten im Wintersemester wegen der Pandemie einen gedämpfteren Ansturm um Wohnheimplätze? Manche Studierende warten coronabedingt mit der Bewerbung um Unterkünfte in Stuttgart-Vaihingen und Stuttgart-Hohenheim ab.

In normalen Zeiten sind Studentenbuden Mangelware. Wie wird dies in Corona-Zeiten? Foto: dpa/Matthias Balk
In normalen Zeiten sind Studentenbuden Mangelware. Wie wird dies in Corona-Zeiten? Foto: dpa/Matthias Balk

Hohenheim/Vaihingen - Nach Einschätzung der für die Universitäten in Stuttgart-Vaihingen und Hohenheim zuständigen Studierendensekretariate wird die Corona-Pandemie zum Wintersemester 2020/21 zu keinem deutlichen Rückgang des Interesses an Plätzen in den Wohnheimen führen. Viele Studierende würden derzeit jedoch abwarten, wie sich das Infektionsgeschehen und die Lage an den Universitäten entwickle.

Das Studierendenwerk Stuttgart betreibt derzeit 35 studentische Wohnanlagen mit 6830 Wohnplätzen im Großraum Stuttgart, davon 2891 Wohnplätze in acht Wohnanlagen in Stuttgart-Vaihingen und Möhringen. Die Wohnraumsituation zum Wintersemester ist regelmäßig angespannt, die Wartezeit für einen Platz im Wohnheim liegt nach Angaben des Studierendensekretariats regulär bei sechs bis acht Monaten. „Durch die Corona-Pandemie haben wir im Sommersemester 2020 erstmals freie Zimmer in unseren studentischen Wohnanlagen in Stuttgart-Vaihingen. Aktuell sind es rund 270. Das gab es so in der Vergangenheit noch nicht“, teilte das Studierendensekretariat auf eine Anfrage unserer Zeitung mit. Der Grund: Das Semester findet online statt.

Es stehen weniger Interessenten auf der Warteliste

Da viele Hochschulen im kommenden Wintersemester eine Kombination aus Präsenz- und Onlinelehre planten, sei jedoch damit zu rechnen, dass die Wohnheime wieder voller werden. „Wir rechnen damit, dass unsere studentischen Wohnanlagen zum Wintersemester wieder voll belegt sein werden.“ Festzustellen sei allerdings, dass bei den Studierenden Unsicherheit herrsche. „Derzeit stehen 675 Bewerberinnen und Bewerber auf der Wohnheim-Warteliste für das Wintersemester. In den vergangenen Jahren waren es im Juli bereits oft mehr als 1000“, teilt das Studierendensekretariat mit. Ein Grund für die Zurückhaltung könne jedoch auch der spätere Beginn des Wintersemesters im November sein.

Das Studierendenwerk Tübingen-Hohenheim verwaltet in Hohenheim 1295 Wohnheimplätze, für die es vergangenes Jahr 2064 Bewerbungen gab. Aufgrund der bisher für das Wintersemester eingegangenen Bewerbungen geht das Studierendensekretariat von einer ähnlichen Lage wie in den Vorjahren aus. Leerstand in den Wohnheimen sei nicht zu erwarten. Allerdings sei die Belegungslage derzeit nur unter Vorbehalt abschätzbar: „Wir gehen davon aus, dass alle abwarten“, teilt das Studierendensekretariat mit.

Sonderthemen



Unsere Empfehlung für Sie