„Crew Dragon“ zurück auf der Erde „Thank you for flying with SpaceX“

Von red/AP 

Das Unternehmen von Elon Musk schreibt ein neues Kapitel der Raumfahrtgeschichte: Die US-Astronauten Doug Hurley und Bob Behnken sind wohlbehalten im Golf von Mexiko gelandet.

US-Astronaut Robert Behnken (Mitte) zeigt an: „Alles ok!“. Foto: dpa/Bill Ingalls 6 Bilder
US-Astronaut Robert Behnken (Mitte) zeigt an: „Alles ok!“. Foto: dpa/Bill Ingalls

Cape Canaveral - Nach der geglückten Wasserlandung einer SpaceX-Raumkapsel im Golf von Mexiko sind die beiden US-Astronauten Doug Hurley und Bob Behnken aus der „Crew Dragon“ ausgestiegen. Beide zeigten sich am Sonntag auf dem Bergungsschiff lächelnd und mit den Daumen nach oben. Es war die erste Wasserlandung einer US-Raumfahrtmission seit 45 Jahren, die erste mit einem von einem Privatunternehmen gebauten Raumfahrzeug und der erste bemannte US-Raumflug mit Start und Landung in heimischen Gefilden seit neun Jahren, dem Ende des Shuttle-Programms.

Eine halbe Stunde nach dem Aufprall auf dem Wasser wurde die Kapsel auf das SpaceX-Bergungsschiff gehievt. Die Öffnung der Luke verzögerte sich wegen einer Reihe von zusätzlichen Sicherheitschecks. Beide Astronauten hatten zunächst medizinische Untersuchungen vor sich.

„Danke für das Fliegen mit SpaceX“

SpaceX und sein Eigentümer Elon Musk schlugen mit dem Flug und der Landung ein neues Kapitel in der Geschichte der Raumfahrt auf. Die Flugleitzentrale begrüßte Hurley und Behnken mit dem Funkspruch: „Willkommen zurück auf Planet Erde und Danke für das Fliegen mit SpaceX.“ Das klang fast wie die Landung eines Passagierflugzeugs - und die Kommerzialisierung der Raumfahrt mit Passagierflügen ins All ist auch eines der langfristigen Ziele von SpaceX und Musk, der die Landung im SpaceX-Kontrollzentrum im kalifornischen Hawthorne beobachtete. „Es war wirklich eine Ehre und ein Privileg“, antwortete Hurley.

US-Präsident Donald Trump gratulierte per Twitter. „Großartig, dass Nasa-Astronauten nach sehr erfolgreicher zweimonatiger Mission zur Erde zurückkehren. Danke an alle!“, schrieb er. Er verfolgte die Landung zusammen mit Vizepräsident Mike Pence in Florida.

„Das ist der Beginn einer neuen Ära menschlicher Raumflüge, in der die (US-Raumfahrtbehörde) Nasa der Kunde sein wird“, sagte Nasa-Chef Jim Bridenstine kurz vor der Landung im Johnson Space Center in Houston. Die letzte von der Nasa betriebene Raumfähre landete 2011 - Hurley war schon damals dabei.

Ende September soll bereits die nächste SpaceX-Mission zur ISS beginnen, die mit vier Astronauten sechs Monate dauern soll. Hurleys und Behnkens Kapsel soll für einen weiteren Flug im nächsten Frühjahr wieder hergerichtet werden. Und im Herbst 2021 will eine von einem früheren Nasa-Mitarbeiter gegründete Firma drei Kunden mit SpaceX zur ISS schicken. Musks Firma triumphiert mit der geglückten ersten Mission auch über Wettbewerber Boeing: Dessen erster bemannter Flug mit dem „Starliner“-Projekt ist wegen Software-Problemen bis nächstes Jahr verschoben.

Heftige Landung

Die am 30. Mai ins All gestarteten Astronauten Hurley und Behnken hatten eine heftige Landung zu überstehen: Von einer Orbit-Geschwindigkeit von 28 000 Kilometern pro Stunde bremsten sie zunächst beim Eintritt in die Erdatmosphäre auf 560 und beim Aufprall auf das Wasser noch rund 25 Kilometer pro Stunde ab. Größte Hitze außen beim Landeanflug: 1900 Grad Celsius.

An der Landestelle wartete ein Bergungsschiff mit 40 Besatzungsmitgliedern auf die Astronauten, darunter Ärzte und medizinisches Personal. Die Besatzung war angesichts der Corona-Pandemie seit zwei Wochen in Quarantäne gewesen.

Die davor letzte Wasserlandung von US-Astronauten fand am 24. Juli 1975 statt - im Pazifik. Damit endete die amerikanisch-sowjetische Mission „Apollo-Sojus“. In den 1960er Jahren landeten „Mercury“- und „Gemini“-Besatzungen im Atlantik, die meisten späteren „Apollo“-Kapseln dann wieder im Pazifik.




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