Baden-Württemberg baut sein sogenanntes Cyber Valley aus, um das Kalifornien Europas zu werden. Ein Ellis-Institut in Tübingen soll Leuchtturm der KI-Strategie werden.

Stuttgart - Um das Kalifornien Europas zu werden, baut Baden-Württemberg sein sogenanntes Cyber Valley aus. In Tübingen soll ein neues Ellis-Institut gegründet werden, in dem viele kluge Köpfe aus der ganzen Welt künstliche Intelligenz (KI) erforschen sollen, teilte die Landesregierung am Donnerstag mit. Möglich macht das kostspielige Projekt die Stiftung des einstigen SAP-Mitbegründers Hans-Werner Hector (82). Die Hector Stiftung hat eine Förderung von 100 Millionen Euro über die nächsten zehn Jahre zugesagt.

Bei der feierlichen Unterzeichnung der Vereinbarung im Neuen Schloss in Stuttgart äußerte Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Erwartung, dass die „Stars der Szene“ wegen des Instituts nach Tübingen kämen. Sie fänden dort ein echtes „Forschungs-Eldorado“ vor. „Wer ans Ellis-Institut kommt, den erwarten dort größtmögliche Beinfreiheit, bestmögliche Ausstattung, ein inspirierendes Netzwerk aus Wirtschaft und Wissenschaft und die heißesten Themen der KI-Szene.“

Europaweites Netzwerk der Spitzenforschung der KI

Ellis steht für „European Laboratory for Learning and Intelligent Systems“ (Europäisches Labor für lernende und intelligente Systeme) und ist ein europaweites Netzwerk der Spitzenforschung der KI. Eingebettet ist das neue Institut in den „Cyber-Valley-Campus“ in Tübingen, der 2016 entstand und nun um mehrere Gebäude erweitert werden soll. Dafür hat Grün-Schwarz schon 180 Millionen Euro für die nächsten Jahre freigegeben.

Hector zeigte sich überzeugt, dass die KI zur „Schlüsseltechnologie für viele Forschungsbereiche wie Medizin, Produktionsprozesse, Klimaschutz und Verkehr“ werde. Seine Stiftung unterstützt bisher schon mit Fonds das KIT in Karlsruhe und die Uni Konstanz, damit diese für Spitzenforscher attraktiv bleiben.

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