Das Müze in Vaihingen Ist das die Lösung für das Raumproblem?

Das Müze ist ein beliebter Treffpunkt für Familien, doch die Räume sind eng. Foto: Archiv/Stahlberg
Das Müze ist ein beliebter Treffpunkt für Familien, doch die Räume sind eng. Foto: Archiv/Stahlberg

Das Eltern-Kind-Zentrum Müze in Stuttgart-Vaihingen ist beliebt, doch die Räume sind klein. Der Verein ist schon lange auf der Suche nach einer neuen Adresse. Nun scheint eine Lösung so nah wie noch nie.

Filderzeitung: Alexandra Kratz (atz)
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Vaihingen - Junge Familien in Vaihingen kennen das Müze. Der Eltern-Kind-Treff befindet sich an der Ernst-Kachel-Straße. Dort treffen sich Mütter und Väter mit ihrem Nachwuchs zum Kaffee trinken, zum Spielen oder zum gemeinsamen Musizieren. Auf dem Programm stehen Vorträge zu Themen, die für Eltern interessant sein könnten. Es geht um Rat und Tat und darum, neue Kontakte zu knüpfen und Freunde zu finden.

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Der Verein würde gerne noch mehr anbieten. Er möchte das Müze weiterentwickeln zu einem Stadtteilhaus, womit ein Familienzentrum plus Begegnungsstätte gemeint ist. Jung und Alt, Menschen verschiedener Kulturen mit und ohne Behinderung sollen dort zusammenkommen. Doch in den derzeitigen Räumen ist das nicht möglich. Sie sind zu eng und nicht barrierefrei. Darum sucht der Verein neue und größere Räume. Die Geschäftsführerin Stefanie Schönleber ist seit 15 Jahren beim Müze aktiv, „und dieses Thema begleitet mich seit der ersten Stunde“.

Bauvereinigung Vaihingen plant neue Häuser an der Doggerstraße

Nun zeichnet sich ein Lösung ab. Denn die Bauvereinigung Vaihingen will ihre Mehrfamilienhäuser an der Doggerstraße 11, 13 und 15 abreißen und neu bauen. Doch es gibt ein Problem. Denn die Doggerstraße befindet sich in einem sogenannten Mischgebiet. Das bedeutet, dass es nicht nur Wohnungen geben darf, sondern auch Gewerbe angeboten werden muss. Das Baurechtsamt bestand darauf, dass wenn neu gebaut diese Vorgabe erfüllt wird.

Auf die Frage, welche Art von Gewerbe in das von der Bauvereinigung Vaihingen geplante Quartier gut passen könnte, hatte der Bezirksvorsteher Kai Jehle-Mungenast eine Antwort. Er brachte das Müze ins Spiel. Seine Rolle als Bezirksvorsteher verstehe er unter anderem als Netzwerker, der die verschiedenen Interessen zusammenbringe, sagt Jehle-Mungenast. Er freue sich, dass nun beide Seiten profitieren könnten.

Stefanie Schönleber berichtet, dass es Gespräche zwischen dem Müze und der Bauvereinigung gegeben habe. „Beide Seiten haben ihre Vorstellungen benannt. Wir waren uns dann schnell einig: Das könnte passen“, sagt Schönleber.

Stadträte stellen Haushaltsanträge

Wenn nun auch noch das Baurechtsamt zustimmt, könnte es recht schnell gehen. Mit der Fertigstellung des Gebäudes wird bereits im zweiten Halbjahr 2023 gerechnet. Doch damit sich der kleine Eltern-Kind-Treff Müze zu einem Stadtteilhaus entwickeln kann, braucht es nicht nur größere Räume, sondern auch Geld von der Stadt. Die CDU, die SPD und die Freien Wähler haben entsprechende Anträge in den aktuellen Haushaltsberatungen eingebracht. „Um in weitere Detailplanungen einzusteigen, aber auch um sowohl Bauvereinigung als auch Müze die nötige Perspektive bieten zu können, wollen wir sie bei den begleitenden Maßnahmen, bei Bau- und Investitionskosten, die bereits in 2023 anfallen, unterstützen“, wird die Vaihinger SPD-Betreuungsstadträtin Lucia Schanbacher in einer Pressemitteilung zitiert. Aber auch der CDU-Betreuungsstadtrat Jürgen Sauer habe sich besonders engagiert, ergänzt Stefanie Schönleber.

Der Vaihinger Bezirksvorsteher Kai Jehle-Mungenast fügt an: „Ich bin froh, dass die Politik das Vorhaben so schnell aufgegriffen hat. Viele Stadträte mehrerer Parteien ziehen hier an einem Strang. So nah waren wir einer Lösung noch nie.“




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