Der Tennisprofi setzte sich im zweiten Einzel des Viertelfinalduells mit Großbritannien gegen den Weltranglisten-Zwölften Norrie durch und erzwang die Entscheidung im Doppel.

Innsbruck - Mit einer bärenstarken Leistung hat Jan-Lennard Struff die Hoffnungen des deutschen Davis-Cup-Teams auf den ersten Halbfinaleinzug seit 14 Jahren am Leben gehalten. Der Warsteiner Tennisprofi (ATP-51.) setzte sich im zweiten Einzel des Viertelfinalduells mit Großbritannien gegen den Weltranglisten-Zwölften Cameron Norrie mit 7:6 (8:6), 3:6, 6:2 durch und erzwang die Entscheidung im Doppel.

Struff war hellwach und aggressiv

Kevin Krawietz und Tim Pütz können mit einem Sieg das Halbfinale am Samstag gegen die russische Auswahl oder Schweden klarmachen - beide Doppelspezialisten haben im Davis Cup noch nie ein Match verloren. Zum Auftakt hatte Peter Gojowczyk, der als Ersatz für Dominik Koepfer erstmals seit sieben Jahren wieder für Deutschland zum Einsatz kam, in nur 55 Minuten 2:6, 1:6 gegen Daniel Evans verloren und den Druck auf Struff extrem erhöht. 

Kapitän Michael Kohlmann vertraute unter anderem auf Gojowczyk, da dieser eine positive Bilanz (2:0) gegen Evans aufwies – die beiden bisherigen Duelle fanden jedoch schon 2013 und 2016 auf Challenger-Ebene statt. Am Dienstag agierte Gojowczyk aber viel zu nervös und fehlerhaft. Er fand keinen Rhythmus und konnte die Verkrampfung, die sich auch in sieben Doppelfehlern niederschlug, nie richtig lösen.

Ganz anders ging Struff zu Werke, der Warsteiner war hellwach und aggressiv. Doch nach 1:4-Rückstand kam Norrie, der eine hervorragende Saison zuletzt mit dem Masters-Titel in Indian Wells gekrönt hatte, mit Struffs Aufschlag besser zurecht und retournierte stärker. 

Struff lieferte dem Briten aber ein starkes Match auf Augenhöhe und wehrte im Tiebreak zwei Satzbälle ab. Die Partie blieb hart umkämpft, als etwas stabilerer Spieler erzwang Norrie den dritten Satz. Doch Struff ging weiter volles Risiko, suchte seine Chancen und wurde mit dem vorentscheidenden Break zum 4:2 belohnt.