Debatte in Ditzingen Eine Form der Wertschätzung des Vereins

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Der Tennisclub baut eine Halle und erhält dafür einen höheren Zuschuss von der Stadt, als die Ditzinger Richtlinien eigentlich vorsehen. Im neuen Jahr soll darüber grundlegend gesprochen werden.

In Ditzingen soll im neuen Jahr über die Vereinsförderung diskutiert werden. Foto: Pascal Thiel
In Ditzingen soll im neuen Jahr über die Vereinsförderung diskutiert werden. Foto: Pascal Thiel

Ditzingen - Erfährt der Tennisclub Ditzingen eine Sonderbehandlung gegenüber den anderen Vereinen in der Stadt, weil der Gemeinderat ihm einen hohen Zuschuss für den Bau einer neuen Halle gewährt? Die Kosten für diese Halle belaufen sich auf 1,1 Millionen Euro brutto, die Stadt gibt dazu 121 000 Euro – weit mehr, als die Vereinsförderrichtlinien zulassen. Danach liegt die Grenze bei 25 600 Euro.

Grundsatzdebatte steht aus

Darüber hatte zunächst der Ausschuss für Finanzen, Kultur und Soziales zu entscheiden, Tage später dann der Gemeinderat. Beide stimmten zu. Doch am Ende der Diskussion über diesen Einzelfall verständigten sich Verwaltung und Gemeinderat darauf, eine grundsätzliche Debatte über die Vereinsförderung zu führen.

Der Oberbürgermeister Michael Makurath hatte nämlich als Begründung unter anderem darauf verwiesen, dass auch schon die bestehende Halle von der Schule beansprucht werde – wenngleich er einschränkte, die Kooperation sei ausbaufähig. Allerdings führte er mit Verweis auf das Sportzentrum der TSF Ditzingen an, dass der Zuschuss für den Tennisclub keine singuläre Entscheidung wäre. Wenn man aber bei den Richtlinien bliebe, müsse man den Antrag der Tennisspieler ablehnen.

Bau entsteht westlich des Clubhauses

Das wiederum stand für den Gemeinderat nicht zur Debatte. Er will die Diskussion über die Vereinsförderung im neuen Jahr führen. Derweil stimmte er zunächst einmal für den Bebauungsplanentwurf. Die baurechtlichen Rahmenbedingungen müssen angepasst werden, um den Hallenbau überhaupt erst zu ermöglichen. Die neue Halle wird am Tennisgelände entstehen – am Ortrand, inmitten der Glemsaue. Eigentlich gilt dieser Grünzug als Naherholungsgebiet. Um dessen Erhaltung wird regelmäßig gerungen, zuletzt, als es um den Standort für eine neue Sporthalle ging. Diese wird im Schulzentrum gebaut.

Auch wenn der Standort der Tennishalle dem Ziel der Erhaltung von Natur und Landschaft entgegenstehe, sei die Weiterentwicklung der Tennisanlage „eine vertretbare Inanspruchnahme des Freiraums“, so die Verwaltung.

Bedingungen und Grenzen der Vereinsförderung

Unterstützung
Vereine in Ditzingen werden gefördert, wenn die Tätigkeit des Vereins oder der Organisation im Interesse der Stadt und ihrer Einwohner liegt. Laut der Satzung muss an der Tätigkeit des Vereins ein öffentliches Interesse bestehen. Bei Vereinen, denen Gemeinnützigkeit bestätigt wird, gilt diese Forderung allein durch den Vereinszweck als erfüllt. Außerdem muss der Verein das ganze Jahr in Ditzingen tätig und dort auch seinen Sitz haben. Will er in die Förderung aufgenommen werden, muss er mindestens schon zwei Jahre bestehen.

Keine Förderung
Politische Parteien, Religionsgemeinschaften und unter anderem Vereine, die überwiegend aus auswärtigen Mitgliedern bestehen, erhalten keine finanzielle Förderung seitens der Stadt.

Regelung
Ditzingen gewährt Vereinen Zuschüsse für Bauvorhaben und grundlegende Instandsetzungsarbeiten an Vereinsanlagen. Zuschüsse werden gewährt für die Beschaffung von Geräten und Ausstattungen, deren Anschaffungswert im Einzelfall über 511 Euro liegt.