Debatte um Impfpflicht Strobl widerspricht Kretschmann

Für  Innenminister Thomas Strobl kommt eine Impfpflicht nicht in Frage. Foto: dpa/Bernd Weissbrod/Archiv
Für Innenminister Thomas Strobl kommt eine Impfpflicht nicht in Frage. Foto: dpa/Bernd Weissbrod/Archiv

In der Debatte um eine mögliche Impfpflicht, die Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ausgelöst hat, meldet sich jetzt Innenminister Thomas Strobl (CDU) zu Wort – mit einem klaren Nein.

Lokales: Jan Sellner (jan)
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Stuttgart - Eine Impflicht als Option im weiteren Kampf gegen Corona-Mutanten? Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat diesen Gedanken ins Spiel gebracht. „Wir planen keine Impfpflicht. Für alle Zeiten kann ich eine Impfpflicht nicht ausschließen“, erklärte der Grünen-Politiker in einem dpa-Gespräch am Wochenende. Es sei möglich, dass Varianten aufträten, die das erforderlich machten.

Beim Koalitionspartner stößt dies auf klaren Widerspruch. Innenminister Thomas Strobl (CDU) sagte unserer Redaktion am Sonntag: „Wir brauchen jetzt keine Impfpflicht.“ Die Politik habe immer gesagt, eine Impfpflicht werde es nicht geben. „Das halte ich im Grundsatz nach wie vor für richtig - und daran halten wir uns jetzt auch.“

„Geimpfte werden deutlich mehr Freiheiten haben“

Strobl, der auch stellvertretender Ministerpräsident ist, erklärte weiter, Ziel sei es, möglichst viele Menschen davon zu überzeugen, sich freiwillig impfen zu lassen. „Es wird auch bald so sein, dass Geimpfte deutlich mehr Freiheiten haben als Nicht-Geimpfte - und genau das ist richtig so“, betonte der CDU-Politiker in Anspielung auf entsprechende umstrittene Äußerungen von Kanzleramtschef Helge Braun (CDU). Strobl ist der Meinung: „Schon das allein dürfte der Bereitschaft zur freiwilligen Impfung nochmal einen Schub geben. Und auf diesen Schub kommt es jetzt an.“

Zuvor hatte der baden-württembergische FDP-Chef Michael Theurer Kretschmanns Vorstoß kritisiert. Die vom Ministerpräsident ins Spiel gebrachte Impfpflicht sei „eine Debatte zur Unzeit“. Anstatt mit staatlichem Zwang zu drohen, seien Anreize der bessere Weg, sagte Theurer.

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