Demo der Pflegekräfte in Stuttgart Minister Manfred Lucha bekommt Urkunde für „erfolgreiches Missmanagement“

Deutliche  Botschaft bei der Demo in Stuttgart Foto: Lg/Piechowski 5 Bilder
Deutliche Botschaft bei der Demo in Stuttgart Foto: Lg/Piechowski

Zeitgleich zur Gesundheitsministerkonferenz ruft Verdi zum Protest auf. Minister Manfred Lucha reagiert in der Mittagspause der Konferenz auf die Vorwürfe und muss viel Kritik einstecken.

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Stuttgart - Die Gewerkschaft Verdi hat die am Mittwoch stattfindende Konferenz der Gesundheitsminister zum Anlass für bundesweite Proteste genommen. Auch in Stuttgart demonstrierten am Mittag rund 100 Beschäftige aus den Bereichen Altenpflege, Kliniken, Psychiatrie und Service vor dem Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration. In der Mittagspause der digital stattfindenden Konferenz stellte sich Baden-Württembergs Sozial- und Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) den Demonstrierenden.

Ist die Pflege noch ein attraktiver Beruf?

Die Ergebnisse des sogenannten Verdi-Versorgungsbarometers, einer bundesweiten Umfrage unter rund 12 000 Beschäftigten der Gesundheitsbranche, unterstreichen die mangelnde Attraktivität von Pflegeberufen. Nur 18 Prozent der Befragten können sich vorstellen, unter den aktuellen Bedingungen bis zum gesetzlichen Rentenalter durchzuhalten. Lucha hielt dagegen, bezeichnete die Pflege schon zum jetzigen Zeitpunkt als attraktiven Beruf. „Der Pflegeberuf ist der systemrelevanteste Beruf unter den medizinischen Berufen“, so der Minister. Auch Tatenlosigkeit wollte er sich nicht unterstellen lassen. Unter anderem kommen laut Lucha 570 bis 590 Millionen Euro den Krankenhäusern in Baden-Württemberg jährlich zugute. Unter der nur von der CDU geführten Landesregierung seien es rund 200 Millionen Euro gewesen.

Missstände in den Kliniken thematisiert

Die Demonstrierenden besänftigte das nicht. Sie überreichten Lucha eine Urkunde für „besonders erfolgreiches Missmanagement im Gesundheitssystem“. Beschäftigte der verschiedenen Bereiche berichteten von den Missständen. „Wir betreuen immer mehr Patienten und haben immer weniger Kolleginnen und Kollegen“, fasste Nevin Kirstein, Gesundheits- und Krankenpflegerin im Klinikum Stuttgart, die Situation zusammen.




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