Der ungarische Kulturverein Sonnenblume Ein Stück Heimat in Stuttgart

Ildikó und Arpad Riester leiten den Kulturverein Sonnenblume. Foto: Achim Zweygarth
Ildikó und Arpad Riester leiten den Kulturverein Sonnenblume. Foto: Achim Zweygarth

Der ungarische Kulturverein Sonnenblume ist der einzige seiner Art in Stuttgart. Zu den Festen kommen bis zu 150 Gäste.

Leben: Nina Ayerle (nay)
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S-Ost - Sie haben ihre Heimat vermisst. Besonders ihr eigene Kultur, die Geschichte und Literatur Ungarns hat ihnen gefehlt. Deshalb haben Arpad Riester und seine Ehefrau Ildikó gemeinsam mit fünf anderen in Stuttgart lebenden Ungarn den Verein „Sonnenblume“ gegründet.

Seit 1999 gibt es den ungarischen Kulturverein. Er hat sich zum Ziel gesetzt, die ungarische Kultur in Deutschland zu pflegen. Die Mitglieder treffen sich regelmäßig samstags von 14 bis 22 Uhr in den Räumen der AWO am Ostendplatz. „Dort haben wir unser eigenes kleines Stück Ungarn, wo wir uns austauschen können“, erzählt Arpad Riester, der erste Vorsitzende des Vereins. Geschichtliche Themenabende, Lesungen oder Bilderausstellungen stehen dann bei den Ungarn auf dem Programm. Um die Organisation der Veranstaltungen kümmern sich in erster Linie Ildikó Riester und ihre Tochter Barbara, die ebenfalls im Vorstand des Vereins ist.

Ein Schwerpunkt ist die Geschichte Ungarns

Der Verein Sonnenblume ist in Stuttgart der einzige gemeinnützige, ungarische Kulturverein. „Der Sinn hinter dem Verein war auch, als Ansprechpartner für unsere Landsleute da zu sein“, sagt Ildikó Riester. Lange habe es in Stuttgart nur das Deutsch-Ungarische Kulturinstitut als Anlaufstelle gegeben. Mit dem Verein können sie nun zusätzlich etwas für andere Ungarn in Stuttgart tun. Besonders die geschichtlichen Themenabende liegen ihrem Mann Arpad Riester am Herzen. Seit langem beschäftigt er sich intensiv mit der Historie seiner Heimat. „Ich möchte nicht, dass die ungarische Geschichte vergessen wird“, sagt er. Für Juni planen er und seine Frau deshalb eine Bilderausstellung über Ungarn. Ein eigenes Buch zur Revolution von 1956 schreibt er auch gerade.

Mehrmals im Jahr organisiert der Verein große Veranstaltungen wie einen ungarischen Operettenabend mit Wunschkonzert oder Musik- und Tanzabende. „Dafür mieten wir uns einen großen Saal in Stuttgart“, erzählt die Ungarin. Feste Mitglieder habe der Verein zwar nur 27, doch bei den Festen seien meistens um die 150 Menschen zu Gast, erzählt Ildikó Riester.

Zu den Festen kommen viele Gäste

Die Pflege der ungarischen Kultur ist nicht nur für die eigenen Leute, sondern auch für Deutsche. „Die meisten unserer Veranstaltungen sind zweisprachig“, sagt Arpad Riester. Zudem nimmt der Verein an vielen interkulturellen Festen teil und präsentiert dort die eigene Kultur, wie beim Ball der Nationen oder dem Sommerfest der Kulturen oder Stuttgart tanzt.

Für die Ungarn, die seit längerem im Deutschland leben, ist der Kontakt zu anderen aus der Heimat wichtig. „Die Abende sind immer voller Liebe, Wärme und Kultur. Mehr braucht es nicht zum Leben“, schrieb einst eine Ungarin in Ildikó Riesters dickes Gästebuch, das sie bei jeder Veranstaltung dabei hat.

Anschrift
Schönbühlstraße 70Telefon
0711 393 19 45 (Arpad Riester)Mail
ildikoriester@web.de
Vorsitzender
Arpad Riester, Barbara Riester Gründungsjahr
1999 Mitgliederzahl
27

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