Deutscher Rotweinpreis Erste Plätze für Haidle und Weinmanufaktur

Von Harald Beck 

Beim Deutschen Rotweinpreis, der Ende Oktober in Fellbach verliehen wird, stehen mit dem Stettener Weingut Karl Haidle, der Weinmanufaktur Untertürkheim und den Fellbacher Weingärtnern drei Betriebe aus der Region auf dem Siegerpodest.

Siegerprobe: Bernd Munk und Jürgen Off (links und rechts) von der Weinmanufaktur, Moritz und Hans Haidle (Mitte) Foto: Gottfried Stoppel
Siegerprobe: Bernd Munk und Jürgen Off (links und rechts) von der Weinmanufaktur, Moritz und Hans Haidle (Mitte) Foto: Gottfried Stoppel

Winterbach - Ja, ein bissle Glück gehört da schon ­dazu“, sagt Hans Haidle und lacht. Zusammen mit Sohn Moritz hat er gut lachen, denn jenes Glück ist den Haidles mit dem aktuellen ersten Platz beim Deutschen Rotweinpreis für ihren 2012er Zweigelt Passion nicht zum ersten Mal hold. Das Weingut Haidle hat quasi so etwas wie ein Abonnement auf Podestplätze beim vom Fachmagazin „Vinum" organisierten wichtigsten Rotweinwettbewerb der Weinnation, der heuer zum 30. Mal stattfindet. Elf erste Plätze stehen da für die Stettener Weinmacher seit 1987 zu Buche, zusätzlich zwölf zweite Plätze sowie diverse dritte und dazu die Auszeichnung als ­Roter Riese für Hans Haidle im Jahr 2013.

Die Haidles werden aber nicht die Einzigen aus dem Anbaugebiet Remstal-Stuttgart sein, die auf dem Siegertreppchen stehen, wenn am 29. Oktober bei der Gala in der Fellbacher Alten Kelter die diesjährigen Rotweinpreise verliehen werden. Ein weiterer erster Platz wird von der Wein­manufaktur Untertürkheim besetzt. Die Stuttgarter Weinmacher stellen mit ihrem 2013er Lemberger „Drei Sterne“ den ­Siegerwein bei den Lembergern.

Sieben Podestplätze für Württemberg

Und das Trio der Rotweinpreisträger aus dem Stuttgarter Umland vervollständigen die Fellbacher Weingärtner, die sich mit ihrem 2012er Lämmler Lemberger Großes Gewächs bei dieser Sorte den ­dritten Platz gesichert haben. Beim diesjährigen „Vinum“-Rotweinpreis stehen insgesamt sieben Vertreter aus dem Anbaugebiet Württemberg auf dem Treppchen. Nur die Pfalz hat mit neun Preisträgern noch etwas mehr Meriten erworben.

In der Untertürkheimer Weinmanufaktur sei man doch etwas überrascht, dass es ausgerechnet der 2013er Lemberger ganz oben aufs Siegerpodest geschafft hat, sagt beim Treffen der Rotweinpreis-Sieger aus der Region im Gewölbekeller der Vinothek Daniels Weine in Winterbach der dortige Vorstandsvorsitzende Bernd Munk. 2013 sei nicht wirklich das allerbeste Rotweinjahr gewesen. Aber auch da habe man versucht, aus den Trauben einfach das Beste herauszuholen, ergänzt der Kellermeister Jürgen Off – offensichtlich mit Erfolg in diesem Fall. Und vielleicht sei halt der 2013er auf längere Sicht eben doch der spannendere Jahrgang – „mit mehr Ecken und Kanten“. „Wir schaffen drauf hin“, sagt Off zum Rotweinsieg. Aber am Ende gehöre einfach etwas Dusel mit dazu, um tatsächlich auf das Siegertreppchen zu kommen. „Die Spitze wird immer dichter, aber das taugt sicher auch dazu, den deutschen Rotwein bekannter zu machen.“

Der dritte Sieg bei den Neuzüchtungen

Mit ihrem Sieg in der Kategorie der Neuzüchtungen haben die Haidles bereits zum dritten Mal mit einem Zweigelt den Rotweinpreis gewonnen. Mit jener Sorte, die eigentlich in Österreich zu Hause ist und in Deutschland nur im Remstal in ­nennenswertem Umfang angebaut wird. Moritz Haidle ist in den Familienbetrieb vor zwei Jahren in dritter Wengertergeneration eingestiegen und baut seit dem Jahrgang 2014 die Weine als Kellermeister in Eigenregie aus. Den 2012er-Siegerwein hat noch Vater Hans im Barriquefass untergebracht. Der Lemberger, bei dem die Haidles auch schon siebenmal den „Vinum“-Sieger gestellt haben, sei die rote Hauptsorte im Hause, sagt der Juniorchef, noch vor dem Trollinger. „Aber der Zweigelt ist der interessanteste Außenseiter.“ Der Preis eine Überraschung? Da lacht auch Moritz Haidle in knitzer Familienmanier. „Das Überraschende ist immer, bei welcher Gelegenheit einen der Anruf von Rudi Knoll erreicht.“ Denn eine Tradition beim Rotweinpreis ist es, dass der „Vinum“-Chefredakteur seine Sieger persönlich per Telefon informiert.

Auch in Fellbach habe man Knolls Information zum Podestplatz für das eigene Große Gewächs bei den Lembergern natürlich mit Genugtuung aufgenommen, berichtet der Geschäftsführer der Weingärtner, Fritz Benz. Die 1500 Flaschen des Weins, bei dem man in Sachen Mengenreduzierung „bis an die Schmerzgrenze“ gegangen sei, gingen gerade in den Verkauf. Kein zu opulenter Tropfen, das sei wichtig. „Er soll auch dazu reizen, dass man sich einen zweiten Schluck davon gönnt.“




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