Deutscher Zukunftspreis Querdenker sind keine Querulanten

Jugendliche sollen auf der Messe mit Forschung und Wissenschaft vertraut gemacht werden.  Foto: dapd 5 Bilder
Jugendliche sollen auf der Messe mit Forschung und Wissenschaft vertraut gemacht werden. Foto: dapd

Auf der Ideenexpo in Hannover stellt Bundespräsident Wulff die nominierten Kandidaten vor. Zwei der drei Teams kommen aus Baden-Württemberg.  

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Hannover - Die Geräuschkulisse ist ohrenbetäubend: Hunderte von Kindern und Jugendliche basteln, experimentieren, tüfteln und staunen in der Halle 9 des Messegeländes in Hannover. Die am Samstag eröffnete Ideenexpo dauert noch bis zum 4. September und bietet ein riesiges Mitmach-Labor. Mit dem Konzept wollen die ausstellenden Unternehmen und Organisationen die Jugend für Technik und Wissenschaft begeistern. Im Blick haben die Unternehmen die nächste Generation an Ingenieuren und Forschern. Denn da tun sich Lücken auf. Schon heute fehlen rund 67.000 Ingenieure in Deutschland, sagt der Volkswagen-Chef Martin Winterkorn auf der Eröffnungsveranstaltung.

An einem Stand soll über die Dauer der Messe aus Legosteinen ein ganzes, acht Meter langes Containerschiff gebaut werden. Jeder Besucher kann nach Plänen ein Bauteil beisteuern. Das Unternehmen Bosch zeigt Highlights aus allen Sparten. Die Firma Voith aus Heidenheim öffnet das Innenleben der Bugspitze eines Hochgeschwindigkeitszugs. 500 Exponate, Dutzende Workshops und Veranstaltungen zu Wissenschaft und Technik werden angeboten. Die Aussteller freuen sich auf den Austausch. Soeben hatte noch Ingolf Cedra, Geschäftsführer im Voith-Konzern, dem flanierenden Bundespräsidenten Christian Wulff sein Unternehmen vorgestellt, da prescht ein Schüler vor: "Was ist denn das?" Nun kann Cedra noch mal, aber in aller Ruhe, die Nase des ICE erklären. Als "absolut positiv" beschreibt er die Ideenexpo. Das Interesse des jungen Publikums sei grandios.

Im Jahr 2007 fand die Expo zum ersten Mal statt

Die Idee zur Ideenexpo kam von Christian Wulff selbst, als er noch Landesvater von Niedersachsen war. Im Jahr 2007 fand sie zum ersten Mal statt. Für Wulff als Bundespräsidenten war die Eröffnung am Samstag dann auch ein Heimspiel. Er zeigte sich von seiner besten Seite: als Mann der Wissenschaft, der seine Forscher und Denker im Staat fördert und fordert. Auf direktem Wege will er dieses Vorhaben mit dem Deutschen Zukunftspreis angehen. Die mit 250.000 Euro dotierte Auszeichnung für eine kluge Forscheridee oder eine technische Innovation wurde 1997 von Bundespräsident Roman Herzog in Leben gerufen. Wulff positioniert den Preis neu: Schon die Nominierung der drei Teams für die Endausscheidung verkündete er am Samstag auf der Showbühne während der Eröffnungsveranstaltung der Ideenexpo. Seine Botschaft: Wissenschaftler sollen ihre Ideen erklären und unters Volk bringen. Wulff hat es auf der Bühne mit den Nominierten und Schülern des Wettbewerbs "Jugend forscht" vorgemacht, als er über ihre Aktivitäten diskutierte.

Bundespräsident Wulff, der vor Hannoveraner Publikum schon stark für den Wissenschaftsstandort Niedersachsen warb, musste sich allerdings darüber hinwegtrösten, dass auch dieses Jahr kein norddeutscher Forscher unter den Nominierten war. Vergangenes Jahr kamen alle drei nominierten Teams aus Baden-Württemberg. Preisträger wurde die Kooperation von der Automatisierungsfirma Festo aus Esslingen mit dem Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung aus Stuttgart für einen filigranen Roboter-Elefantenrüssel.

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