Deutsches Historisches Museum Brisante Ausstellung über die Documenta

Die Ausstellung „documenta. Politik und Kunst“ im Deutschen Historischen Museum in Berlin feiert und hinterfragt die große Kunstschau. Foto: epd/Juergen Blume
Die Ausstellung „documenta. Politik und Kunst“ im Deutschen Historischen Museum in Berlin feiert und hinterfragt die große Kunstschau. Foto: epd/Juergen Blume

Seit 1955 präsentiert die Documenta Gegenwartskunst. Eine Ausstellung in Berlin weist nun auch auf die Nazivergangenheit eines Mitbegründers hin.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Berlin - Die Weltkunstausstellung Documenta in Kassel eröffnet im kommenden Jahr ihre 15. Ausgabe. Die Schau für Gegenwartskunst findet seit 1955 statt und lockt seitdem regelmäßig Kunstinteressierte aus der ganzen Welt in die Stadt. Das Deutsche Historische Museum (DHM) in Berlin widmet sich nun in einer neuen Ausstellung der Geschichte hinter dem Kunstereignis unter dem Titel „documenta. Politik und Kunst“.

Die Schau beleuchtet die Hintergründe, die zur Erfindung der Documenta führten. Sie zeigt am Beispiel der ersten zehn Ausgaben der Kunstschau bis 1997, wie die Documenta von Anbeginn als Instrument politischer Selbstdarstellung diente, mit dem sich die junge Bundesrepublik von der Kunstpolitik der NS-Zeit abgrenzen wollte und zugleich als demokratischer, am Westen orientierter Staat präsentierte. „Mit der Geschichte der Documenta lässt sich eine ästhetische Geschichte der Bundesrepublik schreiben“, sagte DHM-Präsident Raphael Groß.

Nazivergangenheit des Mitbegründers

In fünf Kapiteln untersucht die Ausstellung auch das Verhältnis von Kunst und Politik. Unter den rund 390 Exponaten sind zahlreiche Originale, die einst in Kassel Aufsehen erregten. Briefe, Fotos und weitere Dokumente beleuchten, wie sich die Documenta immer wieder neu erfand und mit der Kunst Geschichte schrieb.

Spektakulär sind aktuelle Enthüllungen über die NS-Vergangenheit des Kunsthistorikers Werner Haftmann, der neben dem sozialdemokratischen Museumsmanager Arnold Bode der Kopf der ersten Documenta-Ausgaben war. Die Ausstellung belegt, dass er ab 1944 in Italien für die Folterung und Ermordung von Partisanen mitverantwortlich war.

Die Ausstellung „documenta. Politik und Kunst“ im Deutschen Historischen Museum ist vom 18. Juni bis 9. Januar täglich von 10 bis 18 Uhr, vom 18. bis 20. Juni von 10 bis 20 Uhr, zu sehen.




Unsere Empfehlung für Sie