Die Muppets sind zurück Miss Piggy hat jetzt einen Video-Blog

Auch die Muppets gehen mit der Zeit und nutzen nun  Videokonferenzen. Foto: dpa
Auch die Muppets gehen mit der Zeit und nutzen nun Videokonferenzen. Foto: dpa

Es war mal der beste aller TV-Promitreffs: Pelzige Handpuppen empfingen in der „Muppet-Show“ echte Stargäste und wirkten dabei viel sympathischer als menschliche Showmaster. Das war in Zeiten, als klobige Röhrenfernseher noch mit Saurierfett beheizt wurden. Nun gibt es ein Update fürs Instagram- und Youtube-Zeitalter.

Berlin - Ein singender Frosch, eine divenhafte Schweinedame und ein ewig nörgelndes Seniorenduo: Als die Muppets vor mehr als 40 Jahren zum ersten Mal im Fernsehen auftraten, begeisterten sie schnell ihr Publikum, Kinder genauso wie Erwachsende. Kinder hatten einfach ihren Spaß, leidgeprüfte Erwachsene dagegen konnten genießen, dass es hier viel quirliger und lustiger als in den realen Shows der damaligen Zeit zuging, in denen man mit albernen Auftritten des Fernsehballetts und miesem Playback gequält wurde. Die Erinnerung an schöne TV-Stunden wirkt nach. Noch immer hat die von Jim Henson (1936-1990) erschaffene Puppentruppe eine große Fangemeinde. Für die gibt es nun Nachschub mit der neuen Serie „Und jetzt: Die Muppets!“ beim Streamingdienst Disney+.

Im Zeitalter der Hippeligkeit

In der „Muppet Show“ traten Kermit und Co. einst auf einer Theaterbühne auf und ließen das Publikum hinter die Kulissen blicken. Nun sind die Puppen im modernen Zeitalter der sozialen Netzwerke, der Chatprogramme und der Second- und Third-Screen-Hippeligkeit angekommen, in dem Nutzer fernsehen, surfen, chatten, Bilder hochladen und Youtube-Videos schauen: alles irgendwie gleichzeitig auf mehreren Monitoren. Da müssen auch die Muppets zusehen, dass sie etwa mit den Kick auf Kick liefernden Influencern mithalten können.

Die Rahmenhandlung der neuen Show bilden Chats zwischen Kermit und Scooter, der immer neue Showeinlagen der Muppets auf einen Server hochlädt, während auf dem Bildschirm ständig Textnachrichten aufpoppen. Kleines Problem zumindest für ganz junge Zuschauer: die Puppen sind zwar auch in der deutschen Fassung gut und lebendig synchronisiert, die vielen Texteinblendungen aber gibt es nur in Englisch.

Professor Bunsenbrenner kehrt zurück

„Und jetzt: Die Muppets!“ setzt in seinen vorerst sechs Episoden hin auf unterschiedliche Showeinlagen. Miss Piggy gibt in ihrem Video-Blog Beauty- und Styletipps, der dänische Koch wiederum hat einen festen Platz mit seiner Kochsendung. Hinzu kommen weitere Ideen wie eine Ratesendung mit Latin-Lover-Shrimp Pepé und eine Experimentierreihe mit Prof. Bunsenbrenner und Beaker.

All diese Figuren bringen erneut ihre ganz eigenen Persönlichkeiten mit, was zu einer gewohnt explosiven und chaotischen Mischung führt. Allerdings wirken die Geschichten immer wieder mal etwas zu überdreht. Dennoch bietet auch diese neue Serie einen liebevollen Blick auf die wunderbar bunte Truppe - und ermöglicht gerade in Lockdown-Zeiten leichte Ablenkung.




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