Die schönsten Leserbriefe des Jahres  Eiserne Zibebe in Senfsauce

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Wie in jedem Jahr widmet sich die StZ ausführlich den Zuschriften, die es aus Platz- und sonstigen Gründen übers Jahr nicht ins Blatt geschafft haben. Hier eine Auswahl der besten Leserbriefe.

Stuttgart - Wenn es einen Originalitätswettbewerb für Leserbriefe gäbe, hätte Thomas S. erstklassige Chancen auf die Goldene Schwertgosch in Salzsäure mit Stechapfellaub und Kettensägen. Denn, so Herr S. in seiner E-Mail, „wenn es einen Verhunzungswettbewerb für die deutsche Sprache gäbe“, hätte eine bestimmte Kollegin „erstklassige Chancen auf die Eiserne Zibebe in Senfsauce: Wahllos aneinander gereihte Namen, unerklärte Sachverhalte, diffuse Metaphern, verzweifelt inszenierte Banalitäten, beleidigende Zitate, unsinnige Assoziationen, wirrer Satzbau“, findet S., der damit noch lange nicht fertig ist: „Geschmacklos, ärgerlich, dumm. Als es noch gelernte Schreiber gab, hätte man ,gequirlte Kacke‘ gesagt.“ Aber für den „hochgradig unprofessionellen Seich“, den die Dame „in ihrer biblischen Ahnungslosigkeit“ abgeliefert habe, gebe es nur Dreierlei: „Lebenslanges Schreibverbot oder eine Zwangs-WG mit Dieter Bohlen oder beides.“

Damit bewegt sich Herr S. freilich in Richtung seelische Grausamkeit, weshalb wir lange überlegt haben, ob wir die Bohlen-Passage überhaupt veröffentlichen sollen. Zum Glück hat der Mann aber die Kurve dann doch noch gekriegt und ist innerhalb der Grenzen des guten Geschmacks geblieben: „Ich hatte den Artikel ausgeschnitten, um mir eine Spucktüte daraus zu falten. Allein – sie war zu klein.“

Mit Liebe und Umsicht verfasst

Sie sehen, liebe Leser, es lohnt sich schon, wenn man seinen Brief mit etwas Liebe und Umsicht verfasst. Das erhöht unbedingt die Chancen auf einen Abdruck. Wobei natürlich so ziemlich alles, was uns in den vergangenen zwölf Monaten auf den Schreibtisch gekommen ist, gegen Herrn S. nur zweiter Sieger sein kann. Packen wir es trotzdem an (alle Zitate sind in der Originalschreibweise wiedergegeben):

Unser Leser Mario K. etwa ist durchaus bemüht, in die höhere Liga des gepflegten Redaktionsdissens vorzustoßen, allein, er wirft mehr Fragen auf als er beantwortet: „Bitte denkt nicht ihr wärt besser als Adolf Hitler den er wollte auch nur die Osterweiterung richtig ? Not think better you Adolf Hitler dont Kill German man.“

Unhabilitierte Professoren! Igitt!

Da loben wir uns eine Akademikerin, die ihren „Dr.-Titel seriös erworben hat und nicht an einer der modernen Hochschulen, an denen unhabilitierte Leute unterrichten“. Igitt! Unhabilititiert! Da könnten diese Professores ja gleich für die StZ schreiben, die, wie Dr. Dorothea W. findet, auch kein Niveau hat. Außerdem berichte das Blatt „nahezu immer über mir völlig unbekannte Leute. Auch von einem Herrn Blattner (Fußball) habe ich erst in den letzten Wochen gehhört, weil der Name ständig in den Medien wird.“




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