Tatort-Kritik Weniger Zickenkrieg wäre mehr

Schmitz (Florence Kasumba) und Lindholm (Maria Furtwängler) im Einsatz Foto: NDR 10 Bilder
Schmitz (Florence Kasumba) und Lindholm (Maria Furtwängler) im Einsatz Foto: NDR

Der NDR hat seinen „Tatort“ aus Niedersachsen neu aufgestellt. Was taugt die erste Folge mit dem neuen Ermittlerinnen-Duo Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und Anaïs Schmitz (Florence Kasumba) aus Göttingen?

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Stuttgart - Der NDR hat seinen „Tatort“ aus Niedersachsen neu aufgestellt. Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) wurde von Hannover nach Göttingen strafversetzt - und ermittelt nicht mehr als taffe Einzelgängerin, sondern mit der mindestens genauso sturen und starken Anaïs Schmitz (Florence Kasumba), der ersten schwarzen „Tatort“-Kommissarin. Doch was taugt „Das verschwundene Kind“? Hier unsere Kritik.

Die Handlung in zwei Sätzen

In der versifften Toilette eines Schul-Sportplatzes werden Überreste einer Plazenta und einer Nabelschnur gefunden. Von der jungen Mutter und ihrem Baby fehlt jede Spur, dafür taucht allerhand zwielichtiges Personal auf – und dem Zuschauer wird schnell klar: Hier muss doch Missbrauch im Spiel sein.

Zahl der Leichen

Eine

Der beste Spruch

„Sie wollen doch hier nicht putzen, das ist ein Tatort“, raunzt Lindholm ihre neue Kollegin Schmitz an, die Kittel trägt und einen Wischmopp in der Hand hält – sie hat sie versehentlich für eine Reinigungskraft gehalten.

Das Thema . . .

ist zwar nicht gerade erbauend, ist ja schließlich ein Krimi, kommt aber endlich mal ohne politischen Bezug aus. Wohltuend!

Die Ermittlerinnen

Wenn früher in Hollywood die Blonde auf die Schwarzhaarige traf, war die Rollenverteilung klar. Nun sind beide rechthaberisch, eigensinnig, unnachgiebig – und geraten ständig aneinander. Doch auch in Sachen Zickenkrieg gilt: weniger ist mehr.

Die blödeste Szene

Klatsch – und schon hat Lindholm von ihrer Kollegin Schmitz eine Ohrfeige kassiert. „Mangelnde Impulskontrolle“, sagt diese achselzuckend und fügt hinzu, dass sie deswegen bereits in Therapie sei.

Unser Fazit

Gut, so manche Figur ist arg klischeehaft gezeichnet. Doch Franziska Buch hat einen soliden Krimi inszeniert, bei dem jedoch die Spannungen zwischen den Kommissarinnen viel überlagern. Ob das Ermittlerinnen-Duo trotzdem Potenzial hat? Vielleicht, wenn es sich künftig mehr auf die Fälle konzentrieren darf.

Spannung

Note 3

Logik

Note 3




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