Dienstjubiläum Ein Herz für Botnang und den VfB

Von Torsten Ströbele 

Botnangs Bezirksvorsteher Wolfgang Stierle ist seit 25 Jahren bei der Stadt.

Verwaltungsbürgermeister Werner Wölfle (Mitte, rechts) hat Wolfgang Stierle Foto: Torsten Ströbele
Verwaltungsbürgermeister Werner Wölfle (Mitte, rechts) hat Wolfgang Stierle Foto: Torsten Ströbele

Botnang - Wer Wolfgang Stierle kennt, der weiß: Sein Herz schlägt für den VfB Stuttgart. Daran ändert auch die anhaltende sportliche Krise beim Fußball-Bundesligisten nichts. Kein Wunder also, dass sich der Botnanger Bezirksvorsteher über die zahlreichen Fan-Utensilien seines Lieblingsvereins gefreut hat, mit denen er am vergangenen Donnerstag fast schon überhäuft wurde. Der Anlass: Stierle ist seit 25 Jahren bei der Stadt Stuttgart beschäftigt und hatte zu einer kleinen Feierstunde in den dritten Stock des Botnanger Rathaus geladen.

Unter anderem waren Verwaltungsbürgermeister Werner Wölfle, Mitarbeiter aus dem Bezirksamt, der Bürgervereinsvorsitzende Juergen R. Spingler oder auch der FDP-Stadtrat und Vorsitzende des Gewerbe- und Handelsvereins Matthias Oechsner gekommen, um zu gratulieren. Letzterer betonte, dass Botnang sich froh und glücklich schätzen könne, so einen Bezirksvorsteher zu haben: „Ich komme schon etwas herum in Stuttgart und kann sagen: Er ist einer der besten.“

Seit 15 Jahren ist Wolfgang Stierle in dem Bezirk Schultes, in dem er auch aufgewachsen und verwurzelt ist. Unter anderem war er auf der Franz-Schubert-Schule, war lange Jahre Vorsitzender des Bürgervereins und ist Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. 1999 wählte ihn der Gemeinderat ins Amt des Schultes. Damals setzte er sich gegen die heutige stellvertretende Bezirksvorsteherin Feuerbachs, Susanne Ramp, und die aktuelle Bezirksvorsteherin von Stuttgart-Mitte, Veronika Kienzle, durch. Zu dieser Zeit, im Mai 1999, war der Diplom-Verwaltungswirt noch Mitarbeiter im Büro des damaligen Oberbürgermeisters Wolfgang Schuster. Rund drei Jahre war er für den Christdemokrat tätig, nachdem er zuvor etwa genauso lange für dessen Vorgänger Manfred Rommel gearbeitet hatte. „Ich war von 1989 bis 1993 bei der Stadtkämmerei und hätte niemals gedacht, als junger Oberin­spektor den Posten bei Manfred Rommel zu bekommen“, sagte Stierle. „Er war ein toller Mensch und liebenswerter Chef.“ Gerne blickt der Schultes auf diesen beruflichen Abschnitt seines Lebens zurück.

Stierle hat noch keine Zukunftspläne geschmiedet

Und was sagt er über die vergangenen 15 Jahre in Botnang? „Sie waren gut.“ Als Bezirksvorsteher sei es die Kunst, nicht zum Kirchturmpolitiker zu werden, ohne aber den Kirchturm zu vergessen. Das sei ihm bislang wohl ganz gut gelungen. Doch ob er auch die verbleibenden 19 Berufsjahre in Botnang als Schultes verbringe, wisse er nicht. Viele Leute würden sagen: Mit 50 Jahren solle man noch einmal etwas Neues machen oder dass Botnang für seine Vorgänger Jürgen Lohmann und Ulrike Zich ein Sprungbrett war. „Ich würde nicht Nein sagen, wenn der Weg noch weiter nach oben gehen würde, aber eine Karriereplanung habe ich nicht gemacht. Und dazu werden Sie auch heute nichts von mir hören“, erklärte der 48-jährige Stierle. „Ich halte es wie der Kaiser Franz Beckenbauer und sage nur: ,Schau ´n mer mal.´“

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