InterviewDieter Baumann läuft auf der Theaterhaus-Bühne „Jeder Lauf ist ein Leben“

Dieter Baumann ist vielen als Sportler in Erinnerung. Aber er reist längst auch mit Bühnenprogrammen umher.Foto:Getty Foto:  
Dieter Baumann ist vielen als Sportler in Erinnerung. Aber er reist längst auch mit Bühnenprogrammen umher. Foto:Getty

Viele Kleinkünstler finden normale Auftritte anstrengend genug. Der Langstreckenläufer Dieter Baumann legt bei seinem neuen Bühnenprogramm aber eines drauf. Er tritt im Theaterhaus auf einem Laufband auf. Warum eigentlich?

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Stuttgart - Er ist nicht nur Läuferlegende, sondern auch Kleinkünstler: Dieter Baumann tritt an diesem Freitag mit seinem Programm „Dieter Baumann, läuft halt. (Weil, singen kann er nicht)“ im Theaterhaus auf - und läuft dabei tatsächlich auf einem Laufband.

Herr Baumann, am Freitag laufen Sie im Theaterhaus, weil Sie nicht singen können. Wie läuft das ab?

Woran haben Sie erkannt, dass es genau so abläuft? Ich laufe, das kann ich. Und ich singe, das kann ich nicht.

Hatten Sie die Idee mit dem Laufband auf der Bühne schon lange? Hat das schon mal wer gemacht?

Ja, das wollte ich schon seit einigen Jahren umsetzen. Jetzt hat es geklappt und ich bin sehr zufrieden damit. In München wurde in diesem Jahre „Die Räuber“ von Schiller auch mit Hilfe eines Laufbandes inszeniert. Allerdings gehen die Schauspieler nur. Keiner läuft. Schwach.

Mit welchen Themen außer dem Laufen beschäftigen Sie sich in diesem Programm?

Es gibt ein schönes Laufbuch: „Die Einsamkeit des Langstreckenläufers“ von Alan Sillitoe, das ist mein roter Faden. Jeder Lauf ist ein Leben - ein kleines Leben natürlich - voller Ereignisse. Und so wird auch der Abend: Voller Ereignisse.

Ist das eigentlich anstrengend für Sie oder laufen Sie das eher locker nebenher runter?

Oh ja, das strengt an und ich finde, das soll es auch. Der Unterschied zu einem Wettkampf ist natürlich schon sehr groß. Auf der Bühne geht es ja überhaupt nicht um meine Laufleistung. Es geht um das ganze Programm. Es muss in sich stimmig sein, nicht die volle Konzentration nur auf das Tempo wie beim Wettkampf, sondern auf einzelne Elemente. Und im Theater spiele ich mit dem Publikum. Es ist ein Teil davon. Beim Wettkampf nicht.

Sie schreiben Bücher übers Laufen, erzählen auf der Bühne darüber, verfassen Kolumnen. Wieso gibt’s zum Laufen so viel zu sagen?

Man muss es tun, das Laufen, und deshalb mache ich es. Auf der Bühne. In diesem Zusammenhang vielleicht noch eine wichtige Info: So wenig wie in diesem Programm spreche ich normalerweise nie.

Nach Ihren Auftritten werden Sie gelegentlich von Laufgruppen eingeladen. Verausgaben sich Ihre Fans dann besonders, um Ihnen zu imponieren?

Wenn ich Zeit und Lust habe, sage ich zu. Manchmal auch vor meinen Programmen. Klar wollen mir die Leute zeigen, was sie so draufhaben. Aber: aussichtslos..

Kommen Ihnen die Ideen für Ihre Bühnenprogramme hauptsächlich beim Laufen? Oder eher unter der Dusche danach?

Weder noch. Eher noch im Alltag. Bei Begegnungen mit anderen Läufern. Aber ausgefeilt wird das erst beim Proben. Das ist dann wie beim Laufen: Training hilft.

Termin: Theaterhaus, Freitag, 14. Dezember 2018, 20.15 Uhr




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