DJK Sportbund in S-Ost Nachwuchs kommt aus den eigenen Reihen

Bernd Müller ist eines der Nachwuchstalente des DJK Sportbund Stuttgart. Der 15-Jährige spielt in der Herren-Landesliga. Foto: privat
Bernd Müller ist eines der Nachwuchstalente des DJK Sportbund Stuttgart. Der 15-Jährige spielt in der Herren-Landesliga. Foto: privat

Der DJK Sportbund Stuttgart glänzt besonders im Tischtennis. Allein 501 der 578 Mitglieder gehören zu der Abteilung.

Leben: Nina Ayerle (nay)
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S-Ost - Stefan Molsner hat eine Arbeitsstelle mit neunzig Prozent. Noch einmal so viel Arbeitszeit wende er ungefähr jede Woche für sein ehrenamtliches Engagement beim DJK Sportbund Stuttgart auf, erzählt Vereinsvorstand Molsner. Ein Team von sieben oder acht Leuten unterstützt den Vorstand bei der ganzen Arbeit für den Verein, der vor allem im Tischtennis glänzt. Die erste Herrenmannschaft des DJK spielt derzeit noch in der zweiten Bundesliga, wird aber am Ende der Saison in die Regionalliga absteigen. „Die zweite Liga erfordert viel Arbeit und vor allem auch viel höhere finanzielle Mittel“, gesteht Molsner. Trotz des Abstiegs bleibt der Sportbund in Stuttgart das Aushängeschild im Tischtennis.

Im Jahr 1947 hat Kuno Walter den DJK Sportbund Stuttgart gegründet und viel in den Verein investiert. Noch heute findet das Kuno-Walter-Gedächtnis-Turnier statt. Sein Sohn Thomas Walter führt sein Werk fort: Er engagiert sich im Jugendförderverein, baute vor zwanzig Jahren die Jugendarbeit auf. Bereits in den Anfangszeiten dominierte der Sport mit dem kleinen weißen Ball den Verein. Eine Fußball-Abteilung gab es damals bereits, später kamen noch Schach, Tennis und Wandern dazu. Doch erfolgreich bleibt der DJK im Tischtennis. Die 578 Mitglieder der fünf Abteilungen verteilen sich auch sehr ungleich: Allein 501 davon gehören zur Tischtennisabteilung. Genau zwanzig aktive Mannschaften sind in diesem Jahr gemeldet, besonders die Jugendlichen sind beim Sportbund sehr erfolgreich.

Bereits kurz nach der Gründung war der Verein im Tischtennis erfolgreich. Doch dann kam der Abstieg. „Erst als wir vor zwanzig Jahren mit intensiver Jugendarbeit begonnen haben, ging es wieder aufwärts“, erzählt Vorstand Stefan Molsner. Er selbst sei damals mit rund 15 talentierten Jugendlichen vom DJK Sportbund Süd in den Osten gewechselt. Von da an ging es nach oben: Die Jungen sind sofort bis in die Verbandsklasse aufgestiegen, die höchste Liga im Jugendsport. Mehrmals waren die Jungs Deutsche Jugendmeister. Der Abstieg aus der zweiten Bundesliga ist daher für den Verein bitter. Nach zwei krankheitsbedingten Ausfällen, ist er nun nicht mehr aufzuhalten. „Teilweise ist es auch ein finanzielles Problem. Wir sind eben keine professionelle Söldnertruppe“, erklärt Molsner. Und das sei auch nicht gewünscht. „Wir wollen langfristig, dass unsere eigene Jugend hoch rutscht und nicht Spieler von außen einkaufen“, betont er. Mit Sponsorengeldern und Zuschüsse könne der Verein ohnehin keine Gehälter bezahlen.

Ein Chinese trainiert die Spieler

Nur einen hauptamtlichen Trainer kann sich der Verein leisten: den Chinesen Mu Hao. Er trainiert auch die rund 300 Kinder in den 18 Schul-Arbeitsgemeinschaften, die der Sportbund im ganzen Stadtgebiet veranstaltet. Dadurch kommt Geld in die Vereinskasse. „Das Thema Finanzen ist bei uns ein ganz großes Problem, wir kämpfen an allen Fronten“, sagt Molsner. Über die AGs können die Trainer aber auch frühzeitig junge Talente entdecken. Für seine hervorragende Jugendarbeit wurde der Sportbund mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Viele fangen als Kinder beim Sportbund an und bleiben. „Allerdings bekommen wir auch viele Anfragen von anderen Stuttgarter Vereinen, die gerne ihre guten Jugendlichen schicken wollen“, erzählt Stefan Molsner. Das ist aber eigentlich nicht in seinem Sinne: „Unsere Kinder haben dann ja auch keine Konkurrenz mehr.“

Auch möchte er nicht, dass die anderen, kleineren Vereine auf Dauer ausbluten. „Es ist nicht unsere Philosophie, überall die guten Leute wegzuholen.“ Doch viele talentierte Jugendliche wollen gerne zum Sportbund. „Wir sind hier ja auch sowas wie eine große Familie“, so Molsner. Außerhalb von Training und Verein unternehmen sie mit den Jugendlichen zum Beispiel Ausflüge, auch Austausch-Jugendliche waren schon zu Gast. „Bei uns ist immer was los“, bekräftigt er. Auch deshalb bleiben die Jugendlichen dem Verein über Jahre treu.

DJK SPORTBUND STUTTGART

Anschrift Zeppelinstraße 3 (Geschäftsstelle) Telefon 0711/29 32 68 Mail stefan.molsner@freenet.de Homepage www.djk-sportbund-stuttgart.de

Vorsitzender Stefan Molsner (1. Vorsitzender), Werner Renner (2. Vorsitzender), Dominik Hini (3. Vorsitzender) Gründungsjahr 1947 Mitgliederzahl 578 Abteilungen Tischtennis, Schach, Fußball, Tennis, Wandern und Gymnastik

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